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Verstoß gegen Hygieneregeln:Aigner will Schmuddel-Restaurants markieren

In Dänemark wird die Hygiene in der Gastronomie mit "Smiley"-Zeichen gekennzeichnet. Verbraucherministerin Aigner will das System nachahmen.

Verbraucherministerin Ilse Aigner greift durch: Gäste von Restaurants sollen sich künftig auf einen Blick über die Sauberkeit der Betriebe und die Qualität der Speisen informieren können. "Wenn die Lebensmittelüberwachung gravierende Beanstandungen feststellt, dann sollten Verbraucher auch die Möglichkeit haben, davon zu erfahren", sagte Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) dem Berliner Tagesspiegel.

Ilse Aigner

Verbraucherministerin Ilse Aigner nimmt Restaurants ins Visier, die die Hygieneregeln nicht einhalten. Die Gästen sollen künftig darüber informiert werden.  

(Foto: AP)

Sie will sich für eine bundesweit einheitliche Kennzeichnung einsetzen. Restaurants und Kneipen werden regelmäßig von den Behörden überprüft. Die Ergebnisse werden jedoch nicht veröffentlicht, obwohl nach Angaben der Verbraucherorganisation Foodwatch Jahr für Jahr fast jeder vierte Lebensmittelbetrieb - dazu gehören auch Supermärkte oder Fleischereien - beanstandet wird.

Verbraucherschützer fordern ein Smiley-System nach dänischem Vorbild: Dort sind Betriebe seit Jahren verpflichtet, die Kontrollergebnisse auszuhängen. Veröffentlicht werden sie auch im Internet und auf den Internetseiten der Unternehmen.

Lachend bis traurig

Anhand von vier Gesichtern von lachend bis traurig können sich die Kunden über amtliche Beanstandungen etwa zur Hygiene informieren. Die Kontrollen der Betriebe sind in Deutschland Ländersache.

Aigner sagte der Zeitung, sie "sei bereit, mit den Ländern zusammen für eine bundeseinheitliche Regelung zu sorgen, um die Transparenz der Lebensmittelüberwachung zu erhöhen".

Die Verbraucherschutzminister treffen sich am Donnerstag und Freitag in Potsdam. Laut Bericht wollen Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hamburg ein einheitliches Kennzeichnungssystem beantragen.

Smiley-System schon im Berliner Bezirk Pankow

Widerstand werde aus südlichen Ländern erwartet. Aigner rief die Länder auf, sich zu einigen. Auf der Grundlage könne der Bund dann einen bundesweiten Rechtsrahmen schaffen.

Einheitliche Regeln fordern auch Lebensmittelkontrolleure. "Es kann doch nicht sein, dass die Kennzeichnung von Kommune zu Kommune unterschiedlich ist", sagte der Vorsitzende des Bundesverbandes der Lebensmittelkontrolleure, Martin Müller. Das Smiley-System gibt es in Deutschland schon im Berliner Bezirk Pankow und in abgemilderter Form auch in Nordrhein-Westfalen. Dort werden nur Betriebe genannt, die gut abgeschnitten haben.