Verkehr - Mainz:Wissing: Bahnlärm für Anwohner unerträglich

Verkehr - Mainz: Ein Güterzug fährt an der Burgruine Ehrenfels im Mittelrheintal vorbei. Foto: Peter Zschunke/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Ein Güterzug fährt an der Burgruine Ehrenfels im Mittelrheintal vorbei. Foto: Peter Zschunke/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Mainz/Koblenz (dpa/lrs) - Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) hält weiter an den Plänen für eine Alternativtrasse für Güterzüge durch den Westerwald und den Taunus fest. Bis zum Jahr 2051 werde deutschlandweit ein Plus beim Güterverkehrsaufkommen von 46 Prozent und auf der Schiene ein zu Zuwachs von 33 Prozent erwartet, sagte Wissing der "Rhein-Zeitung" (Mittwoch). "Wir müssen uns ehrlich die Frage stellen, wie der Verkehr über die Infrastrukturen, die wir jetzt etwa im Mittelrheintal haben, abgewickelt werden soll. Ohne Investitionen in neue Strecken wird das schwer möglich sein."

"Wir wollen eine Lösung für das Mittelrheintal und halten darum an der Suche nach einer Alternative fest", erklärte der Bundesverkehrsminister. "Die Situation ist für die Anwohner vor Ort unerträglich." Erforderlich sei, wenn man mehr Verkehr auf die Schiene verlagern wolle, eine Lösung, "die unsere Logistik- und Verkehrsinteressen mit den berechtigten Interessen der Anwohner in Einklang bringt". Er nehme die Belastung der Anwohnerinnen und Anwohner "sehr, sehr ernst". Die Gesundheit jedes Einzelnen müsse geschützt werden.

Nach einer vom Bundesverkehrsministerium in Auftrag gegebenen Machbarkeitsstudie für den Bau einer Alternativroute zur Bahnstrecke im lärmgeplagten Mittelrheintal muss dafür mit hohen Kosten gerechnet werden. Die im Sommer vergangenen Jahres veröffentlichte Studie kam zu dem Schluss, dass die mit einer neuen Trasse zu erzielenden Effekte für den Bahnverkehr nicht die Investitionskosten ausgleichen würden.

Bei der Studie ging es darum, ob der Bau einer Strecke mit vielen Tunneln durch Westerwald und Taunus für Güterzüge zur Entlastung des Welterbes Oberes Mittelrheintal realistisch ist. Die Studie veranschlagt für die günstigste von mehreren untersuchten Trassenvarianten Investitionskosten von rund 6,8 Milliarden Euro. Die bestehenden rechtsrheinischen Gleise gehören zu Europas meistbefahrener Güterzugstrecke zwischen Genua und Rotterdam. Das schalltrichterartige Rheintal verstärkt in der Region den Bahnlärm. Bürgerinitiativen kämpfen seit vielen Jahren für mehr Lärmschutz.

© dpa-infocom, dpa:240221-99-68812/2

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