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Verkehr - Mainz:Rheinland-Pfalz will Verbote für Motorradfahrer vermeiden

Deutschland
Motorräder stehen nebeneinander. Foto: Jörg Carstensen/dpa (Foto: dpa)

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Mainz (dpa/lrs) - Das rheinland-pfälzische Verkehrsministerium möchte trotz Klagen mancher Anwohner und Naturschützer über Lärm Verbote für Motorradfahrer auf viel genutzten Strecken möglichst vermeiden. "Mit Schildern wollen wir Motorradfahrer um mehr Rücksicht bitten, damit Verbote gar nicht erst nötig werden", sagte Verkehrsstaatssekretär Andy Becht (FDP) nach einer Mitteilung vom Donnerstag. "Wir wollen die Freiheitsrechte der Biker mit den ebenso berechtigten Interessen der Anwohner- und des Naturschutzes austarieren." Eine "undifferenzierte Verbotskulisse" helfe nicht, vermeidbarer Motorradlärm müsse punktuell eingedämmt werden. Es dürfe auch nicht vergessen werden, dass der Motorradtourismus in manchen Gegenden ein Wirtschaftsfaktor sei.

Becht hatte sich zuletzt mit Vertretern von Verbänden, Polizei und Innenministerium zusammengesetzt. Dieser "Runde Tisch Motorradlärm" entstand, nachdem sich der Bundesrat im vergangenen Mai des Themas angenommen hatte. Die Länderkammer hatte eine Entschließung gefasst, in der es hieß, es gebe "dringenden Handlungsbedarf, für besondere Konfliktfälle Geschwindigkeitsbeschränkungen und zeitlich beschränkte Verkehrsverbote an Sonn- und Feiertagen aus Gründen des Lärmschutzes zu ermöglichen.

Das hatte Motorradfahrer aufgebracht, unter anderem gab es Demonstrationen gegen Fahrverbote. Am "Runden Tisch" in Rheinland-Pfalz habe nun Einigkeit geherrscht, dass das Verhalten einiger "schwarzer Schafe" unter Motorradfahrern nicht zu unverhältnismäßigen Einschränkungen führen solle, hieß es in der Mitteilung aus dem Mainzer Verkehrsministerium. Becht sagte, er fahre zwar Traktor, habe aber auch großes Verständnis für Biker, die mit der gleichen Technik-Begeisterung ihrem Hobby nachgingen.

© dpa-infocom, dpa:210225-99-589502/2

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