Verkehr - Cottbus:Autos aus der Innenstadt: Aktionen zum "Parking-Day"

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Brandenburg
Ein Transparent mit der Aufschrift „Cities for people, not cars" von Greenpeace. Foto: Georg Wendt/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Cottbus (dpa/bb) - Zum internationalen "Parking-Day" an diesem Freitag (16.9.) wollen Umweltverbände und Vereine in Cottbus mit Aktionen ihrer Forderung nach weniger Auto-Parkflächen in der Innenstadt Ausdruck verleihen. Ziel sei ein Umdenken, diesen Bereich anders aufzuteilen, um zugeparkte Flächen gestalten zu können - etwa mit Grünanlagen oder Spielplätzen, hieß es von den Akteuren. "Jeder einzelne Pkw-Stellplatz mitten in der Stadt ist größer als die meisten Kinderzimmer und nimmt den Menschen ihren Raum", erklärte Mitorganisatorin Birgit Heine, Sprecherin des Allgemeinen Deutscher Fahrradclubs (ADFC), in Cottbus.

Zwei Stunden finden deshalb ab 15.00 Uhr auf 13 Parkplätzen in der Cottbuser Marktstrasse verschiedene Aktionen statt, darunter Livemusik, ein Fahrradklimatest, Spiele für Kinder und auch eine Fahrradselbsthilfewerkstatt wird aufgebaut. Zudem werden ausländische Studierende der Brandenburgischen-Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) Selbstgekochtes anbieten.

Interessierte kaufen sich ein Parkticket und können an den Veranstaltungen teilnehmen. Auch eine Postkarte an den Verkehrsminister kann laut der Akteure geschrieben werden. "Wir wollen sichtbar machen, wie viel Raum der Verkehr an Lebensraum wegnimmt", sagte Heine in Cottbus der Deutschen Presse-Agentur.

Die Innenstadt werde mit einer Verkehrsberuhigung lebenswerter und biete mehr Platz und Raum für Begegnungen der Bewohner, zeigt sie sich überzeugt. Dazu habe die Stadt auch ein Mobilitätskonzept in Auftrag gegeben, dass von SPD, Grünen und Linken unterstützt wird.

So könnte etwa die Marktstraße eine Fußgängerzone werden. "Wir meinen, dass das organisierbar ist, dass die Menschen die Innenstadt nutzen, ohne dort viele Autos abzustellen", sagt Heine. Das Zentrum könnte gut mit dem Fahrrad erreichbar sein, gäbe es sichere und komfortable Radwege. Einer Untersuchung des ADFC zufolge sei knapp die Hälfte der Bewohner zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs, müsste sich den Weg aber teilen.

Auch der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs müsse vorankommen, preiswerter werden und besser getaktet sein, forderte sie. Für Menschen mit Autos gäbe es Parkhäuser. Eine Verkehrsberuhigung im Zentrum ist nach Einschätzung von Heine auch für ältere Menschen hilfreich. Sie könnten sicherer Straßen und Wege benutzen.

Der internationale "Parking-Day" wird seit 2005 jedes Jahr am dritten Freitag im September begangen. Weltweit werden an diesem Tag auf Parkplätzen keine Autos abgestellt - stattdessen wird mit kreativen Aktionen den Menschen der Lebensraum zurückgegeben. In Brandenburg wird der Tag in diesem Jahr in Birkenwerder und Cottbus begangen.

© dpa-infocom, dpa:220916-99-781517/2

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