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Verhandlungen zwischen Lufthansa und Cockpit gescheitert:116 Germanwings-Flüge fallen wegen Streiks aus

Germanwings-Piloten streiken, 70 Prozent der Flüge der Airline fallen aus. Der Lufthansa-Konzern wirft den Piloten vor, kein Interesse an einer Einigung im Tarifstreit gehabt zu haben. Auslandsreisende könnten Glück haben.

  • Die Fluggesellschaft Germanwings, die zur Lufthansa gehört, wird am Freitag wohl von 6 bis 12 Uhr vormittags streiken.
  • 116 der insgesamt 164 Germanwings-Flüge in diesem Zeitraum fallen aus.
  • Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Cockpit konnten sich nicht auf eine Regelung zur Übergangsrente einigen, ihre Gespräche endeten ergebnislos.

Gespräche zwischen Arbeitgeber und Gewerkschaft ohne Ergebnis

Die Verhandlungen zwischen Lufthansa und der Pilotengewerkschaft Cockpit sind gescheitert, teilte die Lufthansa mit. Der sechsstündige Streik der Piloten bei der Tochtergesellschaft Germanwings am Freitag wird somit wie angekündigt stattfinden. Die Piloten verkündeten, es sei vorstellbar, dass es in den kommenden Tagen immer wieder zu ähnlichen Ausständen kommen könne.

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Das passiert am Freitag

Am Freitagmorgen werden wegen des Streiks 70 Prozent der Flüge ausfallen - 116 von insgesamt 164, teilte Germanwings mit. 15 000 Passagiere würden ihren Flug nicht antreten können. Die Fluglinie erklärte, betroffen seien vor allem innerdeutsche Flüge. Die Fluggäste hätten die Möglichkeit, auf die Bahn auszuweichen. Sie können ihren Flug aber auch stornieren oder umbuchen. Flüge in die Urlaubsgebiete hingegen fänden statt. Dafür werde Germanwings unter anderem Flugzeuge bei anderen Airlines anmieten.

Darum geht es in dem Streit

Streitpunkt in der seit Monaten anhaltenden Auseinandersetzung bei der Lufthansa ist die Übergangsversorgung für Piloten, die in den Frühruhestand treten. Sie erlaubt es Piloten bisher, ab dem Alter von 55 Jahren in den bezahlten Frühruhestand zu gehen. Die Lufthansa will die Altersgrenze erhöhen und die Piloten an der Finanzierung beteiligen. Die Gewerkschaft Cockpit lehnt dies ab.

Im Schnitt gehen Lufthansa-Kapitäne derzeit mit knapp 59 Jahren in den vom Unternehmen bezahlten Vorruhestand. Der Konzern will das durchschnittliche Eintrittsalter schrittweise auf 61 Jahre erhöhen. Die aktuelle Regelung zur Übergangsrente will die Airline bis 2016 beibehalten, um ausreichend Zeit für Verhandlungen zu haben.

So reagiert die Lufthansa

Lufthansa-Personalvorstand Bettina Volkens erhob Vorwürfe gegen die Piloten: "Wir sind sehr enttäuscht, dass wir den Streik nicht abwenden können. Es entsteht der Eindruck, dass für die Vereinigung Cockpit der Streik bereits beschlossene Sache war." Es sei nicht realistisch, über ein neues Modell für eine Übergangsversorgung an einem einzigen Tag eine tragfähige Einigung zu erzielen. Dass Cockpit am Donnerstagmorgen kurz vor Beginn der Verhandlungen den Streik angekündigt und damit ein Ultimatum für den Abschluss eines Tarifvertrags gesetzt habe, sei "nicht nachvollziehbar". Volkens wies auch darauf hin, dass der Ausstand am Freitag auf das Ende der Ferien in Thüringen und Sachsen fällt. Lufthansa und Germanwings würden sich nun vor allem darauf konzentrieren, die Auswirkungen eines Streiks zu begrenzen und so viele Germanwings-Passagiere wie möglich an ihr Ziel zu bringen.