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US-Spielwarenmarkt:Toys "R" Us muss einpacken

Toys-R-Us-Filiale im britischen Coventry: Der insolvente US-Spielzeughändler schließt 800 Filialen in den USA.

Wie dieser Toys-"R"-Us-Filiale im britischen Coventry wird es bald allen 800 Fillialen in den USA ergehen: Sie werden schließen.

(Foto: Hannah Mckay/Reuters)
  • Der insolvente Spielwarenhändler hat keinen Käufer für seine amerikanischen Filialen gefunden.
  • Angeblich kann er schon jetzt Lieferanten nicht mehr bezahlen.
  • Gut 33 000 Arbeitsplätze in den USA sind in Gefahr.

Der Spielwarenhändler Toys "R" Us schließt all seine 880 Filialen in den USA. Es sei nicht gelungen, einen Käufer zu finden, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Auch eine Einigung mit den Gläubigern zur Umschuldung sei gescheitert. Es sei "ein tieftrauriger Tag für uns und die Millionen Kinder und Familien, denen wir in den vergangenen 70 Jahren gedient haben", sagte Unternehmenschef Dave Brandon. Die Schließungen sollen nach und nach erfolgen und nicht auf einen Schlag. Gefährdet sind bis zu 33 000 Arbeitsplätze.

Toys "R" Us ist in Milliardenhöhe verschuldet und bemüht sich schon länger erfolglos um einen Käufer. Im September 2017, kurz vor dem Weihnachtsgeschäft, hatte das Unternehmen in den USA Insolvenz angemeldet und damals bereits die Schließung von 180 Filialen angekündigt.

Das 60 Jahre alte Unternehmen hat Schwierigkeiten, seine Schulden in Höhe von etwa acht Milliarden Dollar zu begleichen. Angeblich hat es bereits Zahlungen an seine Lieferanten eingestellt. Am Mittwoch hatte Toys "R" US bereits angekündigt, alle Geschäfte in Großbritannien herunterzufahren.

Dem Spielwarenhändler setzt seit Jahren vor allem die Konkurrenz im Onlinehandel zu. In den USA sind einerseits Amazon, andererseits die Warenhauskonzerne Walmart und Target die größten Mitbewerber. Kritiker werfen dem Unternehmen vor, seine Filialen vernachlässigt zu haben. Sie böten weder ein besonderes Einkaufserlebnis noch unterdurchschnittliche Preise. Weltweit hat das Unternehmen etwa 64 000 Angestellte.

© SZ.de/dpa/kler/vit
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