Elektromobilität:Tesla meldet Rekordgewinn

Elektroautos: Tesla-Fabrik

Obwohl die neue Fabrik nahe Berlin noch nichts produziert, steigen die Gewinne von Tesla.

(Foto: David Zalubowski/AP)

Trotz globaler Chipkrise hat der Konzern von Gründer Elon Musk so viel verdient in einem Quartal wie nie zuvor. Die geplante Tesla-Fabrik nahe Berlin soll noch in diesem Jahr in Betrieb gehen.

Trotz der globalen Chipkrise und Lieferproblemen hat der US-Elektroautobauer Tesla im dritten Quartal so viel verdient wie noch nie zuvor in einem Vierteljahr. In den drei Monaten bis Ende September stieg der Gewinn im Jahresvergleich um 389 Prozent auf 1,6 Milliarden Dollar (1,4 Milliarden Euro), wie der Konzern von Gründer Elon Musk am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Umsatz wuchs um 57 Prozent auf den Rekordwert von 13,8 Milliarden Dollar.

Der Bau von Teslas europäischer Autofabrik in Grünheide bei Berlin geht nach Firmenangaben wie geplant voran. "Wir rechnen damit, die abschließenden Genehmigungen vor dem Ende dieses Jahres zu erhalten", heißt es im Quartalsbericht. Eigentlich wollte Tesla bereits im Juli mit der Produktion in Brandenburg beginnen, doch bürokratische Unstimmigkeiten verzögerten den Zeitplan. Tesla geht aber weiter davon aus, dass vor Jahresende die ersten Model Y vom Band rollen.

"Insgesamt bin ich sehr stolz darauf, was das Team erreicht hat", sagte Tesla-Vorstand Zach Kirkhorn bei einer Telefonkonferenz zum Geschäftsbericht. Sowohl in Grünheide als auch im texanischen Austin, wo ein weiteres Tesla-Werk gebaut wird, nähere man sich dem Produktionsstart. Allerdings warnte der Manager, dass noch große Herausforderungen bevorstünden und die Massenfertigung stark von der derzeit schwierigen Versorgung mit Bauteilen abhänge.

Die Quartalszahlen des E-Auto-Pioniers übertrafen die Erwartungen der meisten Analysten deutlich. Anleger reagierten dennoch verhalten, die Aktie geriet nachbörslich sogar leicht ins Minus. Obwohl die ganze Autobranche seit Monaten unter dem Halbleiter-Mangel, Container-Knappheit sowie Staus an Seehäfen und anderen Engpässen in den Lieferketten ächzt, steckte Tesla dies bislang relativ gut weg. Im dritten Quartal brachte das Unternehmen gut 240 000 Fahrzeuge an seine Kundschaft, etwa 73 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.

Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer zeigte sich beeindruckt vom Geschäftsbericht, der bereits den dritten Rekord-Quartalsgewinn in Serie auswies. "Tesla strotzt vor Kraft und Grünheide ist noch nicht mal angelaufen", sagte der Branchenkenner. Während Teslas Gewinnspannen zuletzt stiegen, sank erneut die Bedeutung von Abgaszertifikaten, die andere Autobauer benötigen, um ihre Emissionsbilanz aufzubessern. Im jüngsten Vierteljahr setzte Tesla damit nur noch 279 Millionen Dollar um, in den Vorquartalen waren diese Erlöse wesentlich höher gewesen.

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