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Streit mit Verdi:Post-Vorstand lehnt Schlichtung ab

  • Im Konflikt zwischen Post und der Gewerkschaft Verdi spricht sich der Post-Vorstand gegen eine Schlichtung aus.
  • Vorstand Jürgen Gerdes schließt zudem aus, nun auf die Gewerkschaft zuzugehen.
  • Hintergrund des Streits sind niedrigere Löhne für Paketboten. Die Post beruft sich auf eine harte Wettbewerbssituation.

Post bleibt im Streit mit Verdi hart

Post-Vorstand Jürgen Gerdes gibt sich unnachgiebig im Streit mit der Gewerkschaft Verdi über die Auslagerung von Arbeitsplätzen in neue Gesellschaften. Gerdes schloss kategorisch aus, dass die Post auf die neu gegründeten Töchter mit niedrigeren Löhnen verzichten werde. Es sei nicht Aufgabe des Unternehmens, jetzt einen Schritt auf die Gewerkschaft zuzugehen, sagte er am ersten Tag des von Verdi ausgerufenen unbefristeten Streiks. "Wie es weitergeht, liegt an unseren Sozialpartnern."

Auch eine Schlichtung sei undenkbar. Schlichten könne man in Tariffragen, nicht aber in freien unternehmerischen Entscheidungen, wie sie die neuen Unternehmenstöchter darstellten.

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Hintergrund des Streiks

In dem Tarifkonflikt geht es um die Arbeitsbedingungen von etwa 140 000 Beschäftigten. Vor allem aber wird über die teils schlechtere Bezahlung bei 49 neu gegründeten regionalen Gesellschaften für die Paketzustellung gestritten. Die dort angestellten rund 6000 Paketboten werden nicht nach dem Haustarif der Post bezahlt, sondern erhalten die oft niedrigeren regionalen Löhne der Logistikbranche.

Verdi will erreichen, dass sie tariflich unter das Dach der Post zurückkehren. Dafür wollte die Gewerkschaft für 2015 auf eine lineare Lohnerhöhung verzichten - forderte aber eine Einmalzahlung von 500 Euro und ein Plus von 2,7 Prozent im Jahr 2016. Die Post war nicht auf das Angebot eingegangen. Es löse das Problem nicht, dass die Post doppelt so hohe Löhne zahle wie ihre Wettbewerber. Nach dieser Reaktion hatte Verdi die Verhandlungen für gescheitert erklärt.

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