Starsprinter Usain Bolt:Werbe-Ikone mit Raubtierlogo

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Mit seiner polarisierenden Art passt Usain Bolt gut zur Marke mit dem Raubtierlogo: Puma unterstützt den Starsprinter, seit er 15 Jahre alt ist - inzwischen trägt die Investition Früchte.

Uwe Ritzer

Dass es Sportler, Zuschauer und Journalisten gibt, die Usain Bolts Mätzchen vor, während und nach seinen Läufen für unsportliche Arroganz halten, nervt Jochen Zeitz. "Mein Gott, dass ist ein junger Kerl von 22 Jahren, der vor allem Spaß an seinem Sport hat", sagt Zeitz und schiebt einige rhetorische Fragen hinterher: "Muss man beim Sport immer nur gepeinigt dreinschauen? Will man wirklich nur Sprinter, die verbissen gucken wie Terminator?"

Starsprinter Usain Bolt: Deutsch-jamaikanisches Erfolgsduo: Puma-Chef Jochen Zeitz (rechts) und Starsprinter Usain Bolt.

Deutsch-jamaikanisches Erfolgsduo: Puma-Chef Jochen Zeitz (rechts) und Starsprinter Usain Bolt.

(Foto: Foto: AP)

Mit Usain Bolt, dem jamaikanischen Sprinterstar, verbindet Jochen Zeitz, Vorstandsvorsitzender der Puma AG, andere Werte: karibische Lässigkeit und Spaß, Kreativität, Musik, Sonne, Farben und bei alledem auch Top-Leistungen. So gesehen passe Usain Bolt "einfach perfekt zu Puma".

Seit 2002 ist die Sportartikelmarke aus Herzogenaurach Ausrüster der jamaikanischen Leichtathleten. Auf der Suche nach Werbeträgern war Puma auf der Karibikinsel gelandet.

Sport, Mode und Individualismus

Seit das Unternehmen Anfang der neunziger Jahre haarscharf an der Pleite vorbeischrammte, definierte es die Marke fortan als eine Mischung aus Sport, Mode und einem individualistischen Lebensgefühl. "Sportlifestyle", wie Zeitz gerne sagt.

Usain Bolt war damals 15Jahre alt und machte bereits mit Klassezeiten auf sich aufmerksam. Also schloss Puma nicht nur mit dem jamaikanischen Verband einen Vertrag, sondern verpflichtete auch Bolt persönlich.

Diese Investition trägt inzwischen Früchte. Kaum hatte Bolt bei Olympia 2008 in Peking in Weltrekordzeit den 100-Meter-Sprint gewonnen, riss er sich seine goldenen Spikeschuhe von den Füßen - und hielt sie werbewirksam in die Kameras.

Siebenstellige Summe für Siege und Rekorde

Das IOC rügte sein Verhalten zwar später als unerlaubte Werbung, aber Bolt, und vor allem Puma, war das egal. Milliarden Zuschauer hatten das Puma-Logo schließlich gesehen. "Das war nicht abgesprochen", wehrt Zeitz ab. "Usain sagte mir hinterher, dass er uns auf diese Weise Dankeschön sagen wollte für unser Engagement für Jamaika und für ihn."

Wie auch immer - seither ist Bolt die Werbe-Ikone dieser Marke schlechthin. Über seine Gage schweigt man sich aus; Fixum und Boni für Siege und Rekorde dürften Bolt jährlich locker eine siebenstellige Summe bescheren.

Lesen Sie auf der zweiten Seite, was Puma-Chef Jochen Zeitz von dem latenten Doping-Verdacht hält, unter dem Usain Bolt steht.

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