Schiffbau - Emden:Emder Werft Fosen Yard meldet Insolvenz an

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Emden (dpa/lni) - Die Emder Werft Fosen Yard, eine Nachfolgerin der traditionsreichen Nordseewerke, ist insolvent. Ein entsprechender Insolvenzantrag sei am Mittwoch eingegangen, sagte ein Sprecher des zuständigen Amtsgerichtes in Aurich. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter ist der Oldenburger Rechtsanwalt Christian Kaufmann bestellt worden. Der Betrieb zählte zuletzt rund 100 Beschäftigte. Die meisten von ihnen befinden sich laut der Gewerkschaft IG Metall seit längerem in Kurzarbeit. Zuvor hatten die "Ostfriesen-Zeitung" und die "Nordwest-Zeitung" berichtet.

Die Werft Fosen Yard gehört zur norwegischen Fosen Gruppe. Der norwegische Schiffsbauer hatte die Werft nach einer Insolvenzanmeldung 2019 übernommen. Im vergangenen Jahr machte sich Fosen Yard in Emden mit dem Bau von übergroßen Bauteilen für Hochsee-Lachsfarmen einen Namen. Zuletzt sollte zudem ein Auftrag über den Bau von sechs neuen Frachtschiffen neuen Schwung in den Schiffbau in Emden bringen. Der Bau sollte in diesem Frühjahr starten - warum es nun nicht dazu kam, blieb am Mittwoch offen. Vertreter von Fosen Yard in Emden waren zunächst nicht zu erreichen.

Die IG-Metall in Emden reagierte betroffen auf die Nachricht. Da die Zahlung der Mai-Gehälter noch ausstehe, sei dieser Schritt von den Beschäftigten zwar schon vermutet worden, sagte der zweite Bevollmächtigte Thomas Preuß. "Für die Beschäftigten ist das nun aber ein Schlag ins Gesicht." Vor allem den Informationsfluss kritisierte die Gewerkschaft. Bis zum Mittwochnachmittag habe es von Seiten der Geschäftsführung keine Mitteilung an die Belegschaft gegeben. "Das ist kein guter Stil", sagte Preuß. Für Donnerstag ist nun eine Betriebsversammlung mit dem Insolvenzverwalter angesetzt.

Wirtschaftsminister Bernd Althusmann sagte, die Insolvenz des Traditionsunternehmens sei besonders bedauerlich, da die Werft seines Wissens nach Aufträge in Aussicht hatte. "Letztendlich führte dieses aber nicht dazu, dass die Werft erfolgreich betrieben werden konnte, was ich sehr bedauere." Es sei nun wichtig, dass den Beschäftigten eine Perspektive aufgezeigt wird.

Die Stadt Stralsund teilte unterdessen mit, nicht von der Insolvenz der Werft betroffen zu sein. Eine andere Tochter der norwegischen Holding habe einen Pachtvertrag für Teile des maritimen Industrie- und Gewerbeparks Volkswerft mit der Stadt abgeschlossen, teilte die Stadt am Mittwoch mit. Diese sei von Emden "vollständig unabhängig". Man sehe keinen Grund, am Erfolg von Fosen in Stralsund zu zweifeln.

© dpa-infocom, dpa:220601-99-510153/4

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