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Riskante Transaktionen vor dem Euro-Beitritt:Italien droht Milliardenverlust aus Finanzgeschäften

Nicht nur durch Sparen senkte Italien kurz vor dem Euro-Beitritt seine Verschuldung, sondern offenbar auch durch riskante Finanzgeschäfte. Das könnte noch bittere Konsequenzen haben.

Italien kämpft schon jetzt wirtschaftlich an allen Fronten: Hohe Schulden, hohe Arbeitslosigkeit, kaum Wachstum. Doch es kann noch viel schlimmer kommen: Italien droht offenbar ein milliardenschwerer Verlust aus Finanzgeschäften.

Die Financial Times und La Repubblica zitieren aus einem Bericht des italienischen Finanzministeriums zu Kreditgeschäften des Landes in der ersten Jahreshälfte 2012, demzufolge acht Derivate-Deals mit ausländischen Banken im Nennwert von insgesamt 31,7 Milliarden Euro umgeschichtet wurden.

Dadurch konnten Zahlungen an die Banken über einen längeren Zeitraum gestreckt werden, aber zum Teil zu ungünstigen Bedingungen, wie die FT berichtete.

Drei Experten hätten den möglichen Verlust auf acht Milliarden Euro geschätzt. La Repubblica bezifferte das potenzielle Minus auf 8,1 Milliarden Euro. Den Zeitungen zufolge stammen die Derivate-Verträge aus den 1990er Jahren, als die italienische Regierung Vorauszahlungen von Banken verwendet habe, um die Defizit-Ziele der Europäischen Union zur Einführung des Euro zu erreichen.

"In den 1990ern wurden viele Fehler gemacht, um Italien in den Euro hineinzubekommen und heute wandeln sie sich in höhere Schulden versteckt in offiziellen Konten", zitierte La Repubblica einen Regierungsvertreter. Das Finanzministerium war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar.