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Reden wir über Geld mit Panagiota Petridou:"Ich bin der fleischgewordene Männertraum"

dpa-exklusiv - Panagiota Petridou

Trotz eigener TV-Sendung arbeitet Panagiota Petridou weiter im Mini-Autohaus in Hilden.

(Foto: picture alliance / dpa)

Panagiota Petridou ist eine der erfolgreichsten Autohändlerinnen im Land. Sie weiß, worauf es beim Verkaufen ankommt - und das ist nicht der Preis.

Sie gehört zu den erfolgreichsten Autoverkäuferinnen des Landes: Panagiota Petridou hat in einem besonders guten Jahr mal 132 Autos verkauft - so viel wie kein ander ihrer Kollegen. Sie weiß, worauf es beim Autokauf ankommt, und das ist nicht der Preis. "Es geht ums Zuhören, um Vertrauen. Du bist dem Kunden mehr wert, wenn er sich bei dir wohler fühlt als bei einem anderen, auch wenn der das Fahrzeug 1000 Euro günstiger anbietet", sagt sie.

Für ihr eigenes Auto bevorzugt die Pkw-Händlerin und Moderatorin seit einiger Zeit die Farbe Schwarz. Eigentlich mag sie Rot, sagt sie, aber das ist ihr inzwischen zu auffällig. Seit die 38-Jährige eine eigene Fernsehsendung auf Vox hat, wird sie ständig erkannt. Manche wollen wissen, welches Auto Sie empfehlen würde, andere werden schonmal aufdringlich.

Zum Autoverkaufen kam sie nur durch eine Wette

Ihre Stunden im Autohaus hat Petridou mittlerweile zugunsten ihrer Sendung "Biete Rostlaube, suche Traumauto" reduziert. Ganz aufgeben will sie die Arbeit aber nicht, auch wenn das viele nicht verstehen und ihr immer mal wieder blöde Sprüche drücken. "Ich kann darauf nur antworten, dass Geld nicht alles ist. Für mich ist Verkaufen eine Berufung. Ich liebe diesen Job."

Dabei hatte Petridou es als Frau im Autohaus alles andere als leicht, als sie 2004 anfing. "Die Leute dachten, ich wär' ne Praktikantin", erzählt sie. "'Können Sie mal den Verkäufer rufen?", "Können Sie uns schon mal Kaffee kochen?' Ich habe so viele Sachen gehört!" Sie, die von Autos eigentlich keine Ahnung hatte und nur durch eine Wette zum Autoverkaufen kann, hat nichts davon persönlich genommen - und ihre eigenen Tricks entwickelt.

Heute sieht sie ihren Kunden oft schon beim Gang durch die Tür an, was sie wollen. "Wenn ein Mann mit seiner Frau ins Autohaus kommt, wird eher gekauft, als wenn der Mann alleine kommt", sagt sie. "Weil der Entscheider mit dabei ist."

Ihre guten Verkaufszahlen haben auch Neid hervorgerufen, vor allem bei Männern. "Aber es ist ja nicht so, dass ich mit tiefem Dekolleté, rotem Lippenstift und Brille auf der Nasenspitze im Autohaus sitze und sage: Heeeey." Als Frau, die nicht nur viel von Autos versteht, sondern auch noch Fußballfan ist, wird sie trotzdem von vielen männlichen Zuschauern bewundert. Und auch, wenn sie sich ungern darauf reduzieren will, gibt sie doch zu: "Ich bin der fleischgewordene Männertraum."

Lesen Sie jetzt das ganze Interview - mit SZ Plus:
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