Projekt Maven Google will umstrittenes Projekt mit US-Militär nicht verlängern

Das Pentagon von weit oben - Luftbilder auszuwerten ist bisher sehr aufwendig. In dem Projekt Maven hilft Google dem US-Militär, sie mit künstlicher Intelligenz auszulesen.

(Foto: AP)

Dabei geht es um die Zusammenarbeit bei der automatischen Bilderkennung, die Drohnenangriffe effizienter machen soll. Tausende Mitarbeiter hatten dagegen protestiert.

Der monatelange Protest von Google-Mitarbeitern zeigt Wirkung. Der Technologiekonzern will sich Medienberichten zufolge aus der Zusammenarbeit mit dem US-Verteidigungsministerium im Bereich künstliche Intelligenz zurückziehen. Google unterstützt das Pentagon derzeit mit Software und Spezialisten, Möglichkeiten der algorithmische Kriegsführung zu entwickeln. Etwa die automatische Erkennung von Waffenlagern oder Menschen in Panik in Videobildern.

Der entsprechende Vertrag mit einer Laufzeit von 18 Monaten soll nun nicht über 2019 hinaus verlängert werden, berichten die New York Times und die Technologie-Webseite Gizmodo. Über diese Entscheidung soll Google-Cloud-Chefin Diane Green die Mitarbeiter am Freitag informiert haben. Mit dem sogenannten Projekt "Maven" waren viele Angestellte nicht einverstanden. Einige hatten den Konzern sogar aus Empörung darüber verlassen, Tausende unterzeichneten eine Petition, in der es hieß, Google habe im "Business des Krieges" nichts verloren.

Weil hochrangige Mitarbeiter den Ärger vorausgesehen hatten, hatte Google seine Mitarbeit an Maven nicht selbst öffentlich gemacht. Die Times zitierte aus einer internen Mail einer KI-Expertin vom Herbst: "Vermeidet jegliche Erwähnung von KI, UM JEDEN PREIS." Dass die großen Unternehmen im Silcon Valley mit dem Militär zusammenarbeiten, ist allerdings nicht ungewöhnlich. Demnächst will das Pentagon einen Auftrag im Wert von bis zu zehn Milliarden Dollar vergeben. Noch ist nicht entschieden, welcher Konzern eine riesige Cloud-Struktur aufbauen wird, über die irgendwann das gesamte US-Militär vernetzt sein soll. Neben Amazon und Microsoft galt bisher auch Google als möglicher Vertragspartner.

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