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Porsche unter Volkswagen:Lohnvorteil bei VW fast verschwunden

Winterkorn kündigte ferner erstmals öffentlich sein Interesse an einer Verlängerung seines bis Ende 2011 laufenden Vertrages an. "Wenn ich gesund bleibe und man mich noch will, kann ich mir vorstellen, länger zu bleiben. Es gibt viel zu tun."

Vor einer ersten Herausforderung steht Winterkorn bereits jetzt. Zum Auftakt der Tarifverhandlungen für die 90.000 Beschäftigten der sechs westdeutschen VW-Werke bekräftigte die IG Metall ihre Forderung nach einem deutlichen Lohnaufschlag. Sie will mindestens so hohe Einkommensverbesserungen durchsetzen wie in der Metall- und Elektroindustrie.

Der mit den Arbeitgebern geschlossene Flächentarifvertrag für die 3,5 Millionen Beschäftigten der Branche, der bis auf die Marke VW auch für alle größeren Autobauer gilt, sieht Lohnsteigerungen in zwei Stufen um 4,2 Prozent vor.

Ein entsprechendes Plus für VW-Arbeiter sei gerechtfertigt, da der Konzern im Vergleich zur Konkurrenz gut dastehe, sagte ein Betriebsrats-Vertreter. VW profitiert dank seines breiten Kleinwagenangebots besonders stark von den in immer mehr Ländern gezahlten Abwrackprämien.

IG Metall rechnet mit schwieriger Tarifrunde

VW-Verhandlungsführer Jochen Schumm erklärte: "Volkswagen nimmt die Forderung der IG Metall zur Kenntnis. Wir machen jedoch darauf aufmerksam, dass der Flächen-Metallabschluss 2008 unter wirtschaftlich völlig anderen Rahmenbedingungen stand. Vor uns liegen große Anstrengungen, insbesondere 2010, um unsere Vorhaben umzusetzen." Die IG Metall stellt sich auf eine schwierige Tarifrunde ein.

Neben Einkommensverbesserungen verlangt die Gewerkschaft eine Altersteilzeitregelung für ein vorzeitiges Ausscheiden von älteren Beschäftigten bei VW sowie die Bestätigung der Zusage, jedes Jahr 1250 Auszubildende einzustellen.

Bei einem Abschluss muss sich die Gewerkschaft die Kosten für solche Forderungen erfahrungsgemäß in einem Tarifpaket anrechnen lassen. Bei VW verhandelt die IG Metall traditionell einen Haustarifvertrag für die Beschäftigten in den sechs westdeutschen Werken aus.

Dank des Haustarifs haben die VW-Mitarbeiter lange deutlich mehr verdient als Belegschaften bei der Konkurrenz. Im Zuge des Sparkurses bei VW ist der Lohnvorteil in den vergangenen Jahren aber fast verschwunden.