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Pokémon Go:Millionenumsätze mit Pokémon Go - aber wer bekommt das Geld?

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In Barcelona hat ein Spieler zusätzlich zur Pokémon-Go-App auch ein Modell eines Pokéballs dabei

(Foto: AFP)

Der Wert der Nintendo-Aktien hat sich seit der Veröffentlichung des Smartphone-Spiels locker vereineinhalbfacht. Dabei gehört Pokémon längst nicht mehr allein dem japanischen Konzern. Wo die Einnahmen wirklich landen, ist undurchsichtig.

Ein Smartphone-Spiel bestimmt plötzlich das Bild auf Straßen, in Parks und auf öffentlichen Plätzen. Pokémon Go, das Augmented-Reality-Spiel, das erst am 6. Juli erschienen ist, hat bereits jetzt mehr User als der Mikroblogging-Dienst Twitter oder die Dating-App Tinder. Und Nintendo, das Pokémon vor 20 Jahren für ihre tragbare Spielkonsole Gameboy erfunden hat, feiert den Triumph an den Börsen: Die Aktie des japanischen Unternehmens hat innerhalb einer Woche mehr als die Hälfte an Wert zugelegt.

Aber ist es überhaupt sinnvoll, wenn Anleger jetzt wieder vermehrt in Nintendo investieren? Schließlich hat das japanische Traditionsunternehmen mit dem Spiel lediglich am Rande etwas zu tun. Außerdem ist der Download des Spiels kostenlos, bislang sind In-App-Zukäufe die einzige Einnahmequelle. Die scheint allerdings gut zu funktionieren, Analysten errechneten schon vor mehreren Tagen für die App einen zweistelligen Millionen-Umsatz. Aber wer bekommt dieses Geld?

Wie bei allen Käufen im App-Store gehen zunächst etwa 30 Prozent des Geldes an die Store-Betreiber - also Apple und Google. Die restlichen 70 Prozent verteilen sich zu unbekannten Anteilen auf Spielentwickler und Franchise-Holder. Und das ist zum Großteil nicht Nintendo.

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Nintendo verdient erst an dritter Stelle

Die Marke Pokémon wurde vor 20 Jahren von Nintendo erfunden. Die Japaner lagerten das Franchise jedoch aus. Es entstand die Pokémon Company, die als Joint Venture von Nintendo und den beiden Spielentwicklern Game Freak und Creatures die Rechte an den Produkten rund um die Fantasy-Kreaturen hält. Nintendo ist daran zu etwa einem Drittel beteiligt. Nur in Australien und Neuseeland vertreibt Nintendo die Marke selbst, weil die Pokémon Company dort keine Niederlassung hat.

Das Spiel Pokémon Go wurde von einer weiteren Firma entwickelt: Niantic. Gegründet unter den Fittichen von Google in dessen Start-up-Brutkasten, wurde Niantic vor rund einem Jahr de jure in die Unabhängigkeit entlassen. Angeblich hält Nintendo auch an Niantic Anteile, von Firmenseite wurde das bisher jedoch weder bestätigt noch kommentiert. Auch über eine weiterhin bestehende Teilzugehörigkeit zu Google wird spekuliert.

Ende Juli soll ein Armband Geld in Nintendos Kassen bringen

Ende 2013 brachte Niantic, damals noch offiziell zu Google gehörend, bereits das Augmented Reality-Spiel Ingress auf den Markt. Das Spielprinzip ähnelt dem von Pokémon Go: Mithilfe von GPS und den Geo-Daten von Google Maps bewegen sich die Spieler in einer virtuellen Welt, die auf der realen basiert. Auch für den Betrieb von Pokémon Go nutzt Niantic die Daten des Kartendienstes von Google. Dass der Internetriese aus Mountain View neben den Einnahmen über den Google Play Store auch anderweitig an Pokémon Go verdient, liegt also nahe.

Auch wenn keine exakten Zahlen vorliegen, Fakt ist, dass nur ein recht geringer Teil der momentan durch Pokémon Go generierten Einnahmen tatsächlich an Nintendo fließt. Direkt von Nintendo stammt hingegen das Armband Pokémon Go Plus, das in Deutschland Ende Juli für knapp 40 Euro auf den Markt kommen soll. Das Armband ist eine Erweiterung des Spiels: Per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden, zeigt es dem Spieler alle für die Pokémon-Jagd nötigen Informationen an.