Opel Verkehrsministerium lädt Opel wegen Manipulationsverdacht vor

Der Opel-Kleinwagen Astra soll Medienberichten zufolge mit einer Manipulationssoftware ausgestattet sein.

(Foto: Adam Opel AG)
  • Nach Medienberichten über angebliche Abgasmanipulationen hat das Verkehrsministerium den Autokonzern Opel vorgeladen.
  • In der nächsten Woche soll es zu dem Thema ein Gespräch mit der Untersuchungskommission geben.

Das Bundesverkehrsministerium hat den Autohersteller Opel wegen Medienberichten über angebliche Abgasmanipulationen vorgeladen. Das Gespräch vor der Untersuchungskommission sei für nächste Woche terminiert, sagte ein Ministeriumssprecher in Berlin.

Bei Opel ist laut einem Bericht des Magazins Der Spiegel der Kompaktwagen Astra mit einer Software ausgestattet, die die Abgasreinigung in vielen Fahrsituationen ausschalten soll. Gemeinsame Recherchen mit dem ARD-Magazin "Monitor" und der Deutschen Umwelthilfe (DUH) hätten ergeben, dass die Abgase bei dem Massenmodell des Rüsselsheimer Autobauers erst ab einer Außentemperatur von 17 Grad gereinigt würden, berichtet das Magazin. Auch bei schnellem Beschleunigen werde die Abgasreinigung abgeschaltet. Das Verkehrsministerium hat die Berichte darüber bereits dem Kraftfahrbundesamt (KBA) zur Prüfung vorgelegt.

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Ähnliche Abschalteinrichtungen weise dem Bericht zufolge auch der Familienwagen Opel Zafira auf. Opel hatte den Vorwurf zurückgewiesen, beim Zafira eine illegale Abschalteinrichtung einzusetzen. Beim Astra wären nun sogar noch deutlich mehr Fahrzeuge betroffen.

Der Hersteller dementiert weiterhin, eine Abschalt-Software für Abgastestes bei Diesel-Motoren eingesetzt zu haben. "Die isolierten Erkenntnisse eines Hackers spiegeln nicht die komplexen Zusammenhänge eines modernen Abgasreinigungssystems wider", teilte der Autobauer mit. Die Stellungnahme vom Vortag gelte uneingeschränkt. Opel hatte schon am Donnerstag Zweifel an der Objektivität und Wissenschaftlichkeit der Messdaten der DUH angemeldet. "Unsere Software war nie darauf ausgelegt, zu täuschen oder zu betrügen", hieß es unter Verweis auf Testserien in verschiedenen Ländern.