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Niedriglohnsektor:Angestellter bei einem Sicherheitsdienst, 56 Jahre alt, aus Thüringen

Angestellter bei einem Sicherheitsdienst, 56 Jahre alt, aus Thüringen

"Ich bin Frührentner und bekomme 780 Euro im Monat, davon kann ich nicht leben. Ich bin sehr viel ehrenamtlich aktiv, singe im Chor und schreibe dort die notwendigen Noten. Das kostet auch alles Geld. Darum arbeite ich noch im Sicherheitsdienst, seit 15 Jahren, 60 Stunden im Monat.

Ich verdiene damit etwa 270 Euro. Das Schlimme ist, dass die Festangestellten auch nicht mehr verdienen. Die reißen mehr als 200 Stunden runter, damit sie 900 Euro rausbekommen.

"Wir jammern nicht mehr"

Wir bewachen Gebäude, machen Rundgänge, meistens nachts. Zuschläge gibt es nur sonntags. Seit wenigen Tagen bekommen wir 22 Cent mehr, jetzt sind es 4,76 Euro. Besser als nichts.

Wir jammern nicht mehr, weil wir uns damit abgefunden haben. Selbst der Betriebsrat ist froh, dass es überhaupt die Jobs gibt. Weil ich mir etwas für den Haushalt gekauft habe, zahle ich 25 Euro im Monat ab. Ich würde gern mehr verdienen, aber ich habe mich schon erkundigt. In meinem Bereich ist alles so mies bezahlt."

Oliver Arning, Sprecher des Bundesverbandes Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen: "4,76 Euro ist der niedrigste Tariflohn, den wir haben. Es ist ein Lohn, der es schwer macht, davon eine Familie zu ernähren. Die Frage ist: Ist der Kunde bereit, mehr für Sicherheit zu zahlen?"