bedeckt München

Mehr neue Stellen als erwartet:US-Arbeitslosenquote fällt auf Fünf-Jahres-Tief

Die Experten haben sich verschätzt. In den USA werden 200.000 Jobs geschaffen, die Arbeitslosenquote sinkt auf den tiefsten Stand seit 2008. Das könnte eine Kursänderung der Fed auslösen - die Auswirkungen auf die ganze Finanzwelt hätte.

Auf dem US-Arbeitsmarkt sind im November überraschend viele Stellen entstanden. Die Arbeitslosenquote fiel von 7,3 auf 7,0 Prozent, den niedrigsten Wert seit November 2008. Es entstanden 203.000 neue Jobs, teilte das Arbeitsministerium mit.

Das sind immerhin 20.000 Stellen mehr, als mehrere von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen vorausgesagt hatten. Die Daten stehen besonders im Fokus, da die amerikanische Zentralbank Fed ihre Konjunkturhilfen drosseln will, wenn der Arbeitsmarkt nachhaltig robuster wird.

Nun ist die Arbeitslosenquote näher an die Schwelle von 6,5 Prozent gerückt, von der an eine Kursänderung der Fed wahrscheinlich wird. Ändern die Notenbanker ihren Kurs, hätte das massive Auswirkungen auf die Wirtschafts- und Finanzwelt. Denn sie bringt derzeit Monat für Monat mit dem Kauf von Staatsanleihen und Immobilienpapieren 85 Milliarden Dollar im Umlauf.

Experten rätseln, wann die Fed sich entscheidet, die Geldflut einzudämmen, die auf der ganzen Welt die Börsen angetrieben hat. Denn Banken und andere Investoren sahen in Aktien (und Immobilien) die einzig lukrativen Möglichkeiten, das billige Zentralbankgeld anzulegen. Zinsen auf andere Anlagearten sind wegen eben dieser Niedrigzinspolitik der Zentralbanken zu gering.

Die nächste Möglichkeit, ihren Kurs zu ändern, hat die Fed am 18. Dezember. Dann trifft sich der zuständige Offenmarktausschuss zu seiner nächsten Zinssitzung. Die meisten Experten rechnen jedoch damit, dass die Notenbank um den scheidenden Fed-Chef Ben Bernanke die Konjunkturhilfen erst Anfang nächsten Jahres drosseln wird.

© SZ.de/Reuters/jab/bero
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema