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Lululemon:Dieser Mann will, dass wir alle Leggings tragen

CEO of Lululemon Athletica Inc. Potdevin speaks at the Alibaba Gateway Conference in Toronto

Möchte den Menschen nicht nur seine Klamotten, sondern auch einen bewussteren Lebensstil verkaufen: Lululemon-CEO Laurent Potdevin.

(Foto: REUTERS)

Laurent Potdevin bringt die kanadische Sportmarke Lululemon nach Deutschland - und beliefert die Wellnessgesellschaft, in der jeder allzeit fit sein muss.

In New York sind sie allgegenwärtig, in Kalifornien auch und ein paar Hundert Kilometer nördlich im kanadischen Vancouver sowieso: Leggings. Seit der Athleisure-Trend - das Wort ist ein Hybrid aus "athletic" (sportlich) und "leisure" (Freizeit) - vor ein paar Jahren die Modeindustrie gepackt hat, ist das Kleidungsstück aus den Metropolen nicht mehr wegzudenken. Leggings ins Büro, zum Kaffee trinken, zum Einkaufen, ins Restaurant. Oh, ach ja, und zum Sport.

Während in London, Madrid und Shanghai die Akzeptanz für Sportkleidung im Alltag wächst, schütteln die meisten Deutschen beim Gedanken daran noch immer den Kopf. Sport, Arbeit und Freizeit, das gehört für sie säuberlich getrennt. Und eine eng anliegende Hose, die nichts versteckt und jede Speckfalte offenlegt, das muss im Büro nun wirklich nicht sein.

"Mit den Deutschen muss man Geduld haben"

Laurent Potdevin sieht das anders. Der Chef der hippen kanadischen Yoga-Sportmarke Lululemon will die Deutschen für Athleisure begeistern. Seit etwa anderthalb Jahren gibt es in Hamburg einen ersten Laden, in wenigen Wochen wird ein zweiter in München folgen. In Frankfurt, Köln und Stuttgart gibt es zudem sogenannte "Showrooms", in denen Teile der Kollektion ausgestellt sind und kostenlose Yogakurse angeboten werden. Das ist das Konzept von LP, wie er von Freunden, Mitarbeitern und Bewunderern genannt wird: zuerst in einer Stadt eine Lululemon-Fangemeinde aufbauen, deren Loyalität stärken, auf Mund-zu-Mund-Propaganda vertrauen - und erst dann richtig in den Markt gehen.

Dass das auch in Deutschland funktionieren wird, davon ist der frühere Burton-Chef überzeugt. "Mit den Deutschen muss man Geduld haben. Sie sind am Anfang sehr skeptisch, aber letztendlich sind sie so loyal wie kaum jemand sonst", sagt er. Hinzu komme, dass die Deutschen viel Wert auf Qualität legten - und wenn Lululemon-Mode eines sei, dann qualitativ hochwertig. Ein Oberteil kostet hier 60 anstatt 30 Euro, eine Yoga-Leggings ist ab 100 Euro zu haben und nicht ab 50 wie bei der Konkurrenz. Viel Geld für Sportklamotten.

Was den Unterschied ausmacht und warum Potdevin glaubt, dass immer mehr Menschen Leggings für sich entdecken werden, lesen Sie im großen Porträt mit SZ Plus.

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Yoga Leggings als Lebensphilosophie

Yoga-Mode von Lululemon

Leggings als Lebensphilosophie

Laurent Potdevin, Chef der Sportmarke Lululemon, will Deutschland in Leggings kleiden - und liefert die Aufforderung nach einem bewussten Leben gleich mit.   Von Vivien Timmler