Flugverkehr:Lufthansa streicht wegen Piloten-Streiks 800 Flüge

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Flugverkehr: Wegen des Pilotenstreiks der Lufthansa werden am Freitag wohl viele Flugzeuge am Boden bleiben.

Wegen des Pilotenstreiks der Lufthansa werden am Freitag wohl viele Flugzeuge am Boden bleiben.

(Foto: Soeren Stache/dpa)

Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit hatte für Freitag einen Arbeitskampf angekündigt. 130 000 Passagiere werden betroffen sein.

Die Lufthansa streicht wegen des angekündigten Pilotenstreiks am Freitag nahezu ihr komplettes Programm. An den Drehkreuzen München und Frankfurt fallen rund 800 Flüge mit voraussichtlich 130 000 betroffenen Passagieren aus, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit.

Im Tarifkonflikt mit der Lufthansa wollen die Piloten am Freitag streiken. Das hatte die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am späten Mittwochabend mitgeteilt. Bestreikt werden sollen sämtliche Abflüge der Passagier-Airline Lufthansa und der Fracht-Airline Lufthansa Cargo aus Deutschland. Offizieller Anlass sind die aus Sicht der Gewerkschaft gescheiterten Verhandlungen über einen neuen Gehaltstarifvertrag. Zuletzt blieb am Mittwoch ein vorerst letzter Verhandlungsversuch ergebnislos. Die VC verlangt nach eigenen Angaben eine Gehaltssteigerung von 5,5 Prozent im laufenden Jahr und einen automatisierten Inflationsausgleich im kommenden Jahr an.

Im Hintergrund schwelt zudem ein Konflikt über die künftige Konzernstrategie. Die VC hatte sich in der Vergangenheit die exakte Zahl von 325 Flugzeugen garantieren lassen, die ausschließlich von den etwa 5000 Kapitänen und Ersten Offizieren geflogen werden durften, die dem Konzerntarifvertrag unterlagen. Die Lufthansa hatte unter dem Eindruck der Corona-Krise die entsprechende Vereinbarung aufgekündigt und begonnen, unter dem Kranich-Logo einen neuen Flugbetrieb (AOC) mit niedrigeren Tarifbedingungen aufzubauen. Die neue Airline mit der internen Bezeichnung "Cityline 2" soll im Europa-Verkehr zahlreiche Flüge der bisherigen Kerngesellschaft übernehmen.

Auch bei Eurowings könnte gestreikt werden

Die Lufthansa hatte im Sommer bereits Tausende Flüge wegen Personalmangels an Flughäfen und bei der Airline selbst gestrichen. Schon das sorgte für Verdruss bei den Kunden. Im Juli hatte außerdem die Gewerkschaft Verdi den Flugbetrieb der größten deutschen Airline für einen ganzen Tag mit einem Warnstreik des Bodenpersonals nahezu lahmgelegt. Es fielen über 1000 Flüge aus, und rund 134 000 Passagiere mussten ihre Reisepläne ändern.

Und das ist womöglich noch nicht alles. Die Piloten-Gewerkschaft VC könnte nach einer Urabstimmung bald auch die Lufthansa-Tochter Eurowings mit ihren etwa 100 Flugzeugen bestreiken. Allerdings steht dort in der kommenden Woche noch ein Verhandlungstermin aus, so dass zunächst kein konkreter Streiktermin genannt wurde.

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