Arbeitsbedingungen Fahrer sollen lange Pausen nicht mehr im Lkw verbringen

Überfüllte Rastplätze, auch im Winter im Lkw übernachten: Das wollen die EU-Verkehrsminister ändern.

(Foto: dpa)
  • Die Arbeitsbedinungenen von Lkw-Fahrern sollen verbessert werden. Die EU-Verkehrsminister haben sich auf entsprechende Maßnahmen geeinigt.
  • Unter anderem sollen die Arbeitszeiten neu geregelt, die Löhne angeglichen und Übernachtungen im Lkw bei längeren Ruhepausen verboten werden.

Lkw-Fahrer arbeiten häufig unter sehr schlechten Bedingungen. Das wollen die EU-Verkehrsminister nun ändern. Sie haben sich auf Regeln für bessere Arbeitsbedingungenen geeinigt, teilte Österreichs Verkehrsminister Norbert Hofer in der Nacht zu Dienstag in Brüssel mit.

Mit dem Beschluss soll Lohn-Dumping erschwert werden: Für gleiche Arbeit am gleichen Ort soll künftig auch der gleiche Lohn gezahlt werden. Außerdem sollen die Fahrer bei längeren Ruhepausen nicht mehr im Führerhaus übernachten dürfen. So sollen die Unternehmen offenbar verpflichtet werden, Unterkünfte für ihre Fahrer zu bezahlen. Laut Hofer würden damit die Missstände auf überfüllten Autobahnparkplätzen beseitigt.

Europäisches Parlament muss noch zustimmen

Für Lkw-Fahrer gibt es in Europa klare Vorgaben, wie lange sie fahren dürfen und wie viele Pausen sie machen müssen. Hofer sprach auf einer Pressekonferenz von einem "absoluten Kabinenschlafverbot". Eine Sprecherin stellte jedoch klar, dass dies nicht für die Übernachtung nach einer regulären Schicht gelte, sondern nur für die wöchentliche Ruhezeit. Pro Woche müssen Lkw-Fahrer mindestens 45 Stunden am Stück pausieren, in dieser Zeit sollen sie künftig nicht mehr im Fahrzeug übernachten.

Vor allem in westeuropäischen Staaten gab es zuletzt Beschwerden, dass im Transportgewerbe Sozialdumping und unlauterer Wettbewerb herrschten. Frankreich, Österreich, Belgien, Dänemark, Italien, Luxemburg, Norwegen und Schweden hatten sich im vergangenen Jahr mit Deutschland zusammengeschlossen, um dagegen vorzugehen. Bemängelt wurde auch, dass Fahrer teilweise wochenlange Touren ohne eine Rückkehr nach Hause absolvieren müssten. Dem Verkehrsminister-Beschluss zufolge dürfen die Kraftfahrer nun maximal vier Wochen am Stück in Europa unterwegs sein. Bevor die Änderungen in Kraft treten können, muss noch eine Einigung mit dem Europäischen Parlament gefunden werden.

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