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Lebensversicherungen:Schäuble zeigt den Versicherern die gelbe Karte

Das Finanzministerium will den Garantiezins für neue Lebensversicherungen senken, um die Versicherer zu entlasten. Doch den Unternehmen passt das nicht.

Finanzminister Wolfgang Schäuble zeigt den Versicherern die gelbe Karte. Er senkt den höchstens erlaubten Garantiezins für Lebensversicherungen ab 2017 von 1,25 Prozent auf 0,9 Prozent. Das geschieht gegen den Willen der Versichererlobby, die eine geringere Absenkung auf ein Prozent zu einem späteren Datum verlangt hatte.

Für die meisten Kunden spielt das keine praktische Rolle. Bestehende Verträge sind nicht betroffen und heutzutage handeln große Anbieter wie die Allianz oder Generali kaum noch mit solchen Garantien. Für die kleinen Anbieter aber ist der Garantiezins ein Alleinstellungsmerkmal, vor allem gegenüber den Banken.

Garantiezins Garantiezins für Lebensversicherungen soll sinken
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Garantiezins für Lebensversicherungen soll sinken

Das geht aus einem Vorschlag des Finanzministeriums hervor. Der Zins für Neukunden fiele damit unter die psychologisch wertvolle Ein-Prozent-Marke.

Schäubles Vorstoß macht dieses Angebot nun noch einmal unattraktiver. 2014 hatte die Bundesregierung eine Reihe von Erleichterungen für die Lebensversicherer beschlossen und dafür Veränderungen von der Branche selbst eingefordert - vor allem eine schnelle Reduzierung der Kosten.

Doch damit tut sich die Branche schwer. 2015 zahlten die Kunden der Lebensversicherer immer noch Provisionen in Höhe von 7,1 Milliarden Euro für Vertreter und Makler. Zudem hat eine Reihe von Gesellschaften wegen hoher Garantiezusagen aus früheren Jahrzehnten heute Probleme. Schäubles Nachricht: Man soll nur Zusagen machen, die man sich auch leisten kann. Die Lebensversicherer können sich hohe Zinsgarantien heute nicht mehr leisten.

© SZ vom 03.05.2016
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