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SZ-Wirtschaftsgipfel:Siemens-Chef Kaeser: "Globalisierung schlägt zurück"

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Videointerview

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Willkommenskultur und klare Regeln

Der Vorstandschef der Siemens AG sieht ganz Deutschland in der Verantwortung, wenn es um die Flüchtlingskrise geht. Allerdings müsse klar zwischen Kriegs- und Wirtschaftsflüchltingen unterschieden werden.

Siemens sorgt sich nach den Terroranschlägen um Investitionen.

Der Siemens-Konzern sorgt sich nach den Terrorattacken von Paris um die Wirtschaftsentwicklung. Typischerweise wirke sich ein solcher Schock auf das Investitionsverhalten in der Kapital- und Güterindustrie aus, sagte der Siemens-Vorstandsvorsitzende Joe Kaeser zur Süddeutschen Zeitung.

"Gerade der Mittelstand wird hier sicherlich vorsichtiger agieren", sagte Kaeser. Die Kunden könnten möglicherweise mit Investitionen abwarten. "Ich gehe davon aus, dass diese schrecklichen Ereignisse 2016 sicherlich nicht einfacher machen", betonte Kaeser. Siemens ist unter anderem in den Bereichen Energie, Medizintechnik und Verkehr tätig und dabei vom Investitionsverhalten wichtiger Kunden abhängig. Zur Flüchtlingskrise in Deutschland sagte Kaeser: "Ich glaube die Kanzlerin und die Bundesregierung handeln richtig, diese Flüchtlingsproblematik mit einer dem deutschen Volk gebotenen Besonnenheit zu betrachten."

Deutschland wäre heute nicht da, wo es ist, wenn die Globalisierung nicht das deutsche Exportmodell so begünstigt hätte. "Jetzt schlägt in gewisser Weise die Globalisierung zurück und fordert auch ihren Tribut von demjenigen , der seit Jahrzehnten von dieser Globalisierung profitiert hat", sagte Kaeser. Er fordert zugleich eine klare Haltung in der Immigrationspolitik. Es müsse zwischen Wohlstandflüchtlingen, die gerne ein besseres Leben hätten, und denen, die politisch verfolgt werden, genau getrennt werden. Letztere müsse Deutschland unterstützen, die anderen wieder zurückschicken.