Handy-Joint-Venture am Ende Sony ohne Ericsson

Sony braucht Ericsson nicht mehr: Die Japaner beenden ihre Handy-Ehe mit dem schwedischen Unternehmen. Dafür legen sie eine Milliarde Euro auf den Tisch.

Es ist das Ende eines zehnjährigen schwedisch-japanischen Projekts: Der Elektronikkonzern Ericsson steigt aus seinem Handy-Joint-Venture mit Sony aus. Der 50-prozentige Anteil werde für etwa eine Milliarde Euro in bar an den japanischen Partner verkauft, teilte Ericsson mit. Die bisherige Marke Sony Ericsson wird damit zu einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft von Sony.

Die Transaktion werde es Sony ermöglichen, das Geschäft mit Smartphones zügig in das firmeneigene Netzwerk weiterer Unterhaltungselektronik wie Tablet-Computer und Fernseher einzubinden, erklärte Ericsson. Der Sony-Vorstandsvorsitzende Howard Stringer äußerte sich euühorisch: "Damit beginnt nach meinem Dafürhalten etwas Magisches." "Dieses Geschäft macht sowohl für Sony als auch für Ericsson Sinn, und die Auswirkungen werden sich auch beim Kunden bemerkbar machen, der zu jeder Zeit und an jedem Ort Zugriff auf digitale Inhalte haben möchte", sagte Stringer. Sony könne Kunden nun schneller und umfassender Smartphones, Laptops, Tablets und Fernseher anbieten, die sich nahtlos miteinander verbinden ließen.

Vor zehn Jahren habe die Partnerschaft eine perfekte Möglichkeit dargestellt, Entwicklungen auf dem Mobilfunkmarkt voranzutreiben, sagte der Ericsson-Vorstandsvorsitzende Hans Vestberg. Genauso sei nun der Ausstieg ein logischer und strategischer Schritt, der die jüngsten Entwicklungen und Veränderungen widerspiegle.

Ericsson war die Zusammenarbeit unter anderem eingegangen, weil es Ende der neunziger Jahre teure Handys herstellte, deren Design aber veraltetet war. Entsprechend hoch waren die Verluste. Sony hingegen sah damals die Chance, voll in den Mobilfunkmarkt einzusteigen. Mitte des Jahrzehnts verkauften sich vor allem die Multimedia-Handys des Unternehmens mit eingebauter Kamera und dem Musik-Player "Walkman" gut. Die Boomphase war schnell vorbei, als vielseitigere Smartphones - etwa das iPhone von Apple - auf den Markt kamen.

Bis 2012 soll das Trennungsgeschäft den Angaben zufolge abgeschlossen sein. Dabei sollen auch umfassende Patentrechte an Sony übertragen werden. Ganz in trockenen Tüchern ist die Vereinbarung allerdings noch nicht: Die Regulierungsbehörden müssen sie noch genehmigen.

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