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Affäre um Staatsfonds:Malaysia greift Goldman Sachs an

Goldman Sachs will im Turbo-Wertpapierhandel angreifen

Der Skandal um den malaysischen Staatsfonds dürfte die US-Investmentbank Goldman Sachs teuer zu stehen kommen.

(Foto: Justin Lane/dpa)
  • Hochrangige Fonds-Mitarbeiter und ihre Partner sollen aus dem malaysischen Staatsfonds insgesamt mehr als 4,5 Milliarden Dollar entnommen haben.
  • Malaysia fordert nun "aggressive Maßnahmen" von Goldman Sachs, um die Verluste auszugleichen.
  • Die Goldman-Sachse-Aktie verlor massiv an Wert.

Malaysia hat in der Korruptionsaffäre rund um den Staatsfonds 1MDB scharfe Kritik an der US-Investmentbank Goldman Sachs geübt. "Es gibt Beweise, dass Goldman Sachs Dinge getan hat, die falsch sind", sagte der malaysische Regierungschef Mahathir Mohamad dem Fernsehsender CNBC in einem Interview. Offensichtlich sei man von Goldman-Sachs-Bankern "betrogen" worden. Die Verfahren der Bank zur Überwachung der Regeln "arbeiten nicht sehr gut", sagte er. Ein Goldman-Sachs-Sprecher in Hongkong wollte sich zu dem Interview nicht äußern.

600 Millionen Dollar an Gebühren

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2009 hatte der inzwischen abgewählte malaysische Ministerpräsident Najib Razak den Staatsfonds 1MDB zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung aufgelegt. Das US-Justizministerium mutmaßt, dass hochrangige Fonds-Mitarbeiter und ihre Partner insgesamt mehr als 4,5 Milliarden Dollar aus dem Fonds nahmen. Najibs Rolle in dem Skandal war einer der Hauptgründe für seine Abwahl. Bei einer Hausdurchsuchung im Mai fand die malaysische Polizei nach eigenen Angaben unter anderem umgerechnet fast 25 Millionen Euro in bar, 567 Luxus-Handtaschen von Marken wie Hermes, Prada oder Chanel sowie 423 Uhren von Marken wie Rolex oder Chopard. Der ehemalige Regierungschef wurde der Korruption angeklagt. Er hat die Vorwürfe bestritten.

Goldman Sachs erhielt für seine Arbeit für 1MDB rund 600 Millionen Dollar an Gebühren. Die US-Investmentbank hatte drei Anleiheemissionen im Gesamtvolumen von 6,5 Milliarden Dollar in den Jahren 2012 und 2013 begleitet. Anfang November klagten die US-Behörden zwei ehemalige Goldman-Sachs-Banker wegen des 1MDB-Skandals an. Einer von ihnen, Tim L., bekannte sich der Geldwäsche und Verstößen gegen das amerikanische Anti-Korruptionsgesetz schuldig.

Malaysia fordert "aggressive Maßnahmen", um die Verluste auszugleichen

Kritiker warfen Goldman Sachs vor, für ihre Rolle bei den Anleiheemissionen viel zu hohe Gebühren verlangt zu haben. Die US-Investmentbank hatte die Kosten in der Vergangenheit verteidigt. Die Gebühren seien wegen des erhöhten Risikos für das Institut angefallen. Die Bank habe die Bonds gekauft, während sie nach Investoren gesucht habe. Zudem habe 1MDB bei der Anleiheemission 2013 über 2,7 Milliarden Dollar die Mittel schnell für geplante Investitionen haben wollen.

Malaysia will die Gebühren von Goldman Sachs zurückfordern. Anwar Ibrahim, designierter Nachfolger des 93-jährigen Mahathir, sagte am Dienstag im malaysischen Parlament, dass das Land "aggressivere Maßnahmen" ergreifen müsse, um die Gebühren und die Verluste wieder hereinzuholen.

Die Affäre dürfte für Goldman Sachs nicht nur finanziell einschneidende Folgen haben, sondern auch einen deutlichen Imageschaden mit sich bringen. Nachdem Malaysia den Durck auf die Investmentbank erhöht hatte, stürzte die Goldman-Sachs-Aktie am Montag an der Wall Street um 7,5 Prozent ab.

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