GM will Werke schließen:Niemand braucht Opel

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General Motors droht erneut damit, mindestens ein Werk in Europa zu schließen. Die Opel-Mitarbeiter bekommen zu spüren, dass sie zur Dispositionsmasse bei der Neuausrichtung eines amerikanischen Staatskonzerns werden. Sie arbeiten für einen Hersteller, den keiner mehr braucht - noch nicht einmal der Eigner.

Michael Kuntz

Es ist ein übles Vorgehen. General Motors droht mal wieder damit, noch eine oder gar zwei seiner Fabriken in Europa zu schließen. Eine davon könnte das Opel-Werk in Bochum sein, das andere die Vauxhall-Fertigung im britischen Ellesmere Port. Antwerpen ist bekanntlich schon geschlossen.

Das ist also der nächste Akt im endlosen Drama um die noch 40.000 Arbeitsplätze bei Opel. Es ist ein Autohersteller, den keiner mehr so richtig braucht - nicht einmal sein Eigentümer. General Motors konnte sich im Insolvenzverfahren 2009 von Altlasten befreien und ist nun der weltweit größte Autohersteller. GM macht wieder überall Gewinn, nur in Europa nicht.

So kann es nicht weitergehen, das wird jeder einsehen. Folglich kommen die Drohungen aus Detroit unverhohlen. Die neuen GM-Manager sehen Opel als Ballast, den man in jedem Fall loswerden muss. Die bittere Wahrheit für die Arbeiter bei Opel ist: Sie werden zur Dispositionsmasse bei der Neuausrichtung eines amerikanischen Staatskonzerns. GM war noch nie zimperlich, Staaten und Belegschaften an der Lösung seiner Probleme zu beteiligen.

Und wer braucht die ramponierte Traditionsmarkte Opel denn noch? Der Marktanteil des Herstellers ist in Deutschland auf sechs Prozent gesunken. Ein Problem für Opel ist es offensichtlich, dass im Land von Mercedes, BMW und Audi die Leute Autos kaufen wollen, die mehr bieten als bloß den Transport von A nach B.

Es sind nur wenige Menschen fasziniert davon, einen Opel zu fahren; jedenfalls: zu wenige. Ohne Nachfrage gibt es keine Zukunft. Seit 150 Jahren gibt es Opel nun. Es ist ein Jubiläum, bei dem es nichts zu bejubeln gibt.

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