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Geldinstitute:Der Niedrigzins lässt Einnahmequellen versiegen

Also müssen die Banken nach neuen Einnahmen suchen. Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Eine Reihe von Instituten nimmt inzwischen Geld für Dienstleistungen, die bisher selbstverständlich und gratis waren. Zum Beispiel für das Ausdrucken von Kontoauszügen im Schaltervorraum. 27 von 145 Sparkassen oder Volks- und Raiffeisenbanken verlangen dafür Geld, weist das Vergleichsportal Finanzberatung-FMH aus. Die Stadtsparkasse München etwa nimmt 2,50 Euro, die Sparkasse Kulmbach-Kronach zwei Euro. Kostenlos ist nur noch das Ausdrucken am eigenen Computer.

Dasselbe gilt für die Überweisung per Formular. Bei vielen Instituten kostet es zwei bis drei Euro, die Netbank, eine Onlinebank, berechnet sogar zehn Euro. Relativ neu ist auch, dass immer mehr Geldhäuser eine Gebühr für die Maestro-Karte verlangen, die früher EC-Karte hieß. Bei der Volksbank Mainz und der Spardabank Hannover sind es zwölf Euro im Jahr.

Kreditkarten-Gebühren steigen, selbst Girokonten werden teurer

Am beliebtesten aber ist die Erhöhung der Gebühr für die Kreditkarte. Das zeigt eine Tabelle der Finanzberatung-FMH (fmh.de/giro): 19 von 61 regelmäßig erfassten Instituten hoben demnach in den vergangenen zwölf Monaten die Preise an, die meisten drastisch. Bei der Hypo-Vereinsbank stieg die Jahresgebühr von 20 auf 30 Euro, bei der Targobank von 30 auf 39 Euro. "Die Kreditkarten-Gebühr wird besonders gern erhöht, weil sie nur einmal im Jahr fällig wird, dadurch fällt es weniger auf als bei der monatlichen Gebühr für das Girokonto", sagt Max Herbst, der Gründer des Portals.

Einige Banken haben aber auch die Grundgebühr für das Girokonto angehoben. Die Hypo-Vereinsbank verlangte für ihr Aktiv-Konto und ihr Plus-Konto bisher nichts, künftig kosten sie 2,90 und 7,90 Euro pro Monat, der Preis für das Exklusiv-Konto steigt von 7,90 auf 14,90 Euro.

19 Banken

oder Sparkassen in Deutschland haben in den vergangenen zwölf Monaten die Jahresgebühr für die Kreditkarte erhöht. Das ist fast jedes dritte von 61 Instituten, die das Vergleichsportal Finanzberatung-FMH regelmäßig erfasst. Sechs dieser 61 Geldhäuser verteuerten außerdem die Gebühren für die Kontoführung, sieben führten eine Jahresgebühr für die Maestro-Karte (EC-Karte) ein, weitere sieben erhöhten den Preis für die Überweisung per Formular. Eine andere Statistik von FMH zeigt: Allein im Juni nahmen 17 von 145 erfassten Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken mehr Geld für Kontoführung, Kreditkarte, Überweisung per Formular oder Kontoauszugdrucker.

Gebührenstrukturen werden immer unübersichtlicher

Generell geht der Trend dahin, dass Banken gleich die gesamte Gebührenstruktur ändern. Typisch ist ein dreigliedriges Modell: Es gibt ein Girokonto mit niedrigen Gebühren, das einem Online-Konto nahekommt; Leistungen wie Schecks, Überweisungen per Formular oder Kontoauszüge kosten dabei extra. Bei einem zweiten Modell sind die Gebühren hoch, dafür einzelne Leistungen kostenlos. Das dritte Modell liegt irgendwo dazwischen. Die Banken verkaufen die Änderung gern als Verbesserung für die Kunden. Doch dass es billiger wird, kommt praktisch nicht vor. "Unterm Strich läuft es auf eine Preiserhöhung hinaus", sagt Berater Filbry.

Zudem wird es unübersichtlicher. "Indem die Banken die Modelle und Entgelte wild mischen, machen sie sich auch schwerer vergleichbar", sagt Verbraucherschützer Pauli. Als die Stadtsparkasse München im Frühjahr mit einem neuen dreiteiligen Gebührenmodell herauskam, waren viele Kunden verwirrt, was es für sie bedeutet. Sogar Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) schaltete sich ein, der dem Verwaltungsrat vorsitzt. Die Sparkasse musste einen Höchstbetrag für die Summe von Einzelgebühren pro Monat einführen, weil sonst gerade Rentner oder ärmere Kunden benachteiligt werden könnten. "Wenn ein Kunde für alles und jedes einzeln bezahlen muss, kann es am Ende sehr teuer werden", sagt Pauli.

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