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Social Media:Facebook-Geschäftsführerin ließ Soros-Geschäfte durchleuchten

Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg

Sheryl Sandberg ist die mächtigeste Frau bei Facebook.

(Foto: AP)
  • Bei einem Auftritt auf dem Weltwirtschaftsforum 2018 in Davos hatte Investor Soros Tech-Konzerne wie Facebook als "Bedrohung" bezeichnet und eine strengere Regulierung gefordert.
  • Bekannt wurde später, dass Facebook daraufhin finanzielle Aktivitäten von Soros untersuchen ließ.
  • Nun deutet sich an, dass Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg direkt in die Untersuchung involviert gewesen sein soll.

Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg soll Mitarbeiter angewiesen haben, finanzielle Interessen des Investors George Soros zu überprüfen, nachdem dieser sich kritisch über soziale Medien wie Facebook geäußert hat.

Das berichtet die New York Times und beruft sich auf drei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Sandberg, die nach Facebook-Chef Mark Zuckerberg die zweitmächtigste Person des Unternehmens ist, war demnach direkt in die Untersuchung von Soros' Geschäften involviert.

Das Blatt hatte vor wenigen Woche bereits berichtet, dass das soziale Netzwerk versucht habe, Soros mit einer Facebook-kritischen Organisation in Verbindung zu bringen, um ihm eine verdeckte Kampagne gegen das Netzwerk nachzuweisen. Soros' Stiftung, die Open Society Foundation, unterstützte Gruppen, die Teil der Organisation waren. Sie bestreitet aber, Geld in eine Anti-Facebook-Kampagne gesteckt zu haben.

Die nun bekannt gewordenen Vorgänge gehen offenbar auf den Januar 2018 zurück. Bei einem Auftritt auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos bezeichnete Soros damals Tech-Konzerne wie Facebook als "Bedrohung" und forderte eine strengere Regulierung. Die Internet-Giganten könnten "ein totalitäres Netzwerk schaffen, wie es Aldous Huxley und George Orwell sich nicht besser hätten ausmalen können", sagte er in Anspielung auf die Romane "Schöne neue Welt" und "1984". "Facebook und Google" seien "immer mächtiger werdende Monopole".

Kritik von vielen Seiten

Binnen weniger Tage soll Managerin Sandberg daraufhin von der Facebook-Kommunikationsabteilung eine Untersuchung verlangt haben. Sie habe wissen wollen, warum Soros die Tech-Konzerne kritisiert und ob dahinter finanzielle Interessen steckten, schreibt die New York Times. Unklar ist, ob Sandberg den Verdacht hegte, dass Soros auf einen Kurseinbruch von Facbeook wettete. Facebook stand damals nicht nur bei Soros in der Kritik, sondern auch wegen russischer Beeinflussung der US-Präsidentschaftswahl, die über das soziale Netzwerk massenhaft verbreitet worden sein soll.

Soros wurde mit Finanzwetten reich, 1992 spekulierte er erfolgreich gegen das britische Pfund und schrieb damit Finanzgeschichte. Mit sozialen Netzwerken machte er in den vergangenen Jahren auch persönlich schlechte Erfahrungen, indem er Anfeindungen von Nationalisten und Antisemiten ausgesetzt ist. Soros führt einen der über die Jahrzehnte erfolgreichsten Hedgefonds, und setzt sich politisch für liberale Ideen ein. Weil dazu auch der Einsatz für Minderheitenrechte gehört, etwa von Roma oder Flüchtlingen, wird er von Nationalisten und Antisemiten immer wieder angefeindet. Der Investor gilt in der rechten Szene als Hassfigur und wird immer wieder als Anführer einer angeblichen jüdischen Weltverschwörung verleumdet.

Politisch engagiert Soros sich vor allem in Osteuropa und seiner früheren Heimat Ungarn. Der dortige Premierminister Viktor Orbán macht seit Jahren Stimmung gegen Soros. Mitarbeiter seiner Stiftung haben das Land bereits aus Sicherheitsgründen verlassen.

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