Klimaschutz:EU-Einigung: Energieverbrauch von Gebäuden soll stark sinken

Klimaschutz: Die EU-Flagge weht in Brüssel. Unterhändler haben sich auf eine neue Vorgabe zur Energieeffizienz von Gebäuden geeinigt.

Die EU-Flagge weht in Brüssel. Unterhändler haben sich auf eine neue Vorgabe zur Energieeffizienz von Gebäuden geeinigt.

(Foto: IMAGO/Nicolas Economou/IMAGO/NurPhoto)

Es geht um 16 Prozent bis 2030, bis 2035 soll der Verbrauch bei Wohngebäuden sogar um mindestens 20 Prozent zurückgehen. Ein Sanierungszwang von Privathäusern ist nicht geplant.

Der Gebäudesektor ist einer der wichtigsten Bereiche, um klimaneutral zu werden. Das Ziel ist es, Wohnhäuser im Kampf gegen den Klimawandel energieeffizienter zu machen. Nun gibt es einen Zwischenstand: Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten haben sich auf strengere Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden geeinigt.

Konkret soll der Energieverbrauch von Wohngebäuden im Schnitt bis 2030 um 16 Prozent und bis 2035 um 20 bis 22 Prozent sinken. Einen individuellen Sanierungszwang von privaten Häusern soll es, anders als zwischenzeitlich von einigen befürchtet, den Angaben zufolge aber nicht geben.

Das Vorhaben war wegen möglicher hoher Kosten für Hausbesitzer kontrovers diskutiert worden. So hatte der Eigentümerverband Haus & Grund vor einem dramatischen Wertverlust gerade bei älteren Gebäuden gewarnt. Die EU-Kommission hatte hingegen betont, dass sich Renovierungen etwa durch weniger Energieverbrauch auf lange Sicht auszahlten. Früheren Angaben zufolge sind mehrere Millionen Gebäude in der EU von dem Vorhaben betroffen.

Gebäude laut EU-Kommission für rund 40 Prozent des Energieverbrauchs verantwortlich

Der zuständige Berichterstatter des Europaparlaments, Ciarán Cuffe (irische Green Party), sagte am Donnerstagabend, etwas Bemerkenswertes sei erreicht worden. Verschwendete Energie sei verschwendetes Geld. "Wir müssen den Bürgern helfen, Geld zu sparen, und sie vor schwankenden Energiepreisen schützen", so Cuffe. Der CDU-Sozialpolitiker Dennis Radtke teilte nach der Einigung mit: "Für Millionen Eigentümer und Mieter in Deutschland ist das eine beruhigende Nachricht. Omas Häuschen ist sicher." Sein Parteifreund Markus Pieper sprach davon, dass nur noch wenig bis gar keine europäische Verbindlichkeit mehr in der Richtlinie enthalten seien.

Die Entscheidung geht auf einen Vorschlag der EU-Kommission zurück. Sie hatte diesen vor knapp zwei Jahren vorgelegt. Gebäude seien für rund 40 Prozent des Energieverbrauchs und rund ein Drittel der Treibhausgasemissionen in der EU verantwortlich. Wenn Häuser besser gedämmt sind oder moderne Heizungen verwendet werden, kann das den Energiebedarf senken. Die geplante Gesetzesänderung ist Teil des Klimapakets "Fit for 55", mit dem die Netto-Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent im Vergleich zu 1990 gesenkt werden sollen.

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