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Produktvergleich:Wie man den richtigen ETF-Anbieter findet

50 Euro im Monat oder 500: Was Anleger bei der Auswahl beachten sollten. Und was die Angebote unterscheidet.

Es gibt Tausende verschiedene ETF, es gibt Hunderte Banken, und es gibt -zig Online-Broker. Sie machen es Geldanlegern nicht einfach, den für sie passenden ETF-Sparplan zu finden. Am besten klärt man dies mit einem unabhängigen Anlageberater, weil dabei komplizierte Fragen nach verfügbarem Betrag, Anlagehorizont oder Risikoorientierung zu beantworten sind. Auch Portale wie Just ETF, brokervergleich.de oder extra-ETF können helfen. Am Ende dieses Prozesses sollte der Anleger wissen, wie viel Euro er jeden Monat oder vierteljährlich in welche/n ETF zahlen will. Am geläufigsten sind Aktien-ETF in den weltweiten Index MSCI World (Industrieländer), MSCI World All Countries (inklusive Schwellenländern) oder Euro-Stoxx (Europa) sowie ETF in europäischen Staatsanleihen.

Dann geht es darum, einen günstigen Anbieter zu finden, der den gewünschten ETF offeriert. Viele schauen zunächst darauf, ob dieser kostenlos angeboten wird. Doch gerade das halten Anlageexperten nicht für das entscheidende Kriterium. Denn das Gratis-Angebot wird mit großer Wahrscheinlichkeit eingestellt, die Zyklen werden immer kürzer. Deshalb ist es entscheidend, einen Anbieter zu wählen, der auch noch vergleichsweise günstig ist, wenn die Nullnummer endet.

Die Tabelle oben zeigt, wie viele ETF-Sparpläne der jeweilige Online-Broker im Angebot hat und wie viele davon vergünstigt sind. Die DKB verlangt hier 0,49 Cent pro Sparplan-Transaktion, bei den anderen genannten Brokern kostet es nichts. Ist ein Sparplan nicht vergünstigt, werden die normalen Gebühren in der rechten Spalte fällig. Was den Vergleich schwierig macht: Manche Anbieter verlangen eine prozentuale Gebühr, andere einen Euro-Betrag.

Deshalb kommt es darauf an, wie hoch der Betrag ist, der in den Sparplan fließen soll. Das Prinzip: Je niedriger er ist, umso günstiger ist eine prozentuale Gebühr, je höher er wird, umso günstiger wird der Euro-Betrag. Ein Beispiel: Ein Berufsanfänger weiß, dass er drei Jahre lang 50 Euro im Monat für einen Sparplan lockermachen kann. Er fährt am besten bei einem Online-Broker mit niedriger prozentualer Gebühr. Bei Comdirect und Consorsbank zahlt er beispielsweise 0,75 Euro pro Transaktion. Die Tabelle unten zeigt die Kosten für einen 100-Euro-Sparplan. Und sie zeigt, dass bei hohen Sparbeträgen wie 500 Euro Anbieter mit einer Euro-Pauschale wie Onvista oder DKB die günstigsten sind. Ein Tipp: Da die meisten Online-Broker die Gebühr pro Transaktion verlangen, kann es sich lohnen, den Sparplan nicht monatlich, sondern vierteljährlich zu bedienen.

Das Prinzip fasst André Salzwedel vom Internetportal brokervergleich.de zusammen: "Man sollte einen günstigen Anbieter wählen, dessen Geschäftsmodell sich als nachhaltig erwiesen hat. Bietet er eine Gratis-Aktion für den ETF an, kann man diese mitnehmen. Aber: Lieber Nachhaltiges, das etwas kostet, als Unpassendes, das gratis ist."

© SZ vom 21.01.2020
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