Donald Trump Zwei deutsche Firmen interessieren sich für den US-Mauerbau

Grenze zwischen Mexiko und den USA in Tijuana.

(Foto: dpa)
  • Etwa 700 Firmen wollen sich an der offiziellen Ausschreibung zum Bau einer Mauer zwischen den USA und Mexiko beteiligen.
  • Auch zwei deutsche Unternehmen tauchen auf. Sie spielen die Sache herunter.
Von Karl-Heinz Büschemann

Beim Baukonzern brauchte man Stunden für eine Antwort. Der Name des traditionsreichen Familienunternehmens Bauer AG aus dem bayerischen Schrobenhausen steht auf der Liste der Firmen, die an der Ausschreibung für den Bau der Mauer interessiert sind, mit dem der amerikanische Präsident Donald Trump die illegalen mexikanischen Einwanderer abhalten will. Darauf angesprochen, war das Unternehmen zwar zunächst sprachlos, dann spielte es die Sache herunter: "Es handelt sich nur um eine Liste der Interessenten, aber keine Bewerberliste", sagte eine Sprecherin am Mittwoch.

Am Donnerstag dementierte das Unternehmen schließlich, dass es sich am Bau der Mauer beteiligen wolle. Ein Mitarbeiter aus den USA habe standardmäßig in einem Portal für öffentlichen Projekte ein Häkchen gesetzt und damit signalisiert, dass das Unternehmen über den Fortgang der Ausschreibung informiert werden möchte, sagte ein Sprecher.

Unter den etwa 700 Firmen, die sich an der offiziellen Ausschreibung des Milliardenprojekts beteiligen wollen, steht auch das Münchner Architekturbüro Leupold Brown Goldbach. Die jungen Architekten sind weniger wortkarg als die Baufirma. Man wolle sich nicht an dem Bau beteiligen "um zu profitieren", sagt Firmenpartner Wily Brown vom Büro in Boston. Man sei gerade dabei, ein Geschäft in den USA aufzubauen: "Wir wollen nur mitbekommen, was dort so läuft." Möglicherweise war den Architekten nicht klar, worauf sie sich eingelassen haben.

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Deutsche Firmen begeben sich auf ein schwieriges Terrain, wenn es um Trumps Mauerbau geht. Eine Betonwand, die Menschen und Familien voneinander trennt und die Freizügigkeit einschränkt, hat in Deutschland eine unrühmliche Geschichte. Wer dabei mitmachen will, muss mit kritischen Fragen rechnen.

Als dem Essener Baukonzern Hochtief Ende Februar das Interesse nachgesagt wurde, er wolle an Trumps Mauer zwischen den USA und Mexiko mitbauen, kam das Dementi auffallend eilig. "Wir haben dafür keine Pläne", so das Unternehmen. Auch in der Bauwirtschaft, die oft für hemdsärmelige Methoden bekannt ist, gibt es manche, die einen Image-Schaden höher bewerten als ein paar Prozentpunkte mehr in der Gewinn- und Verlustrechnung. Der mexikanische Zementkonzern Cemex hat sofort erklärt, er werde an dem Bau nicht mit Lieferungen mitwirken.

Bauunternehmer Thomas Bauer muss bei diesem Projekt mit besonderer Aufmerksamkeit rechnen. Er gibt gerne den Vorzeigeunternehmer mit sozialer und gesellschaftlicher Verantwortung. Seinen etwa 10 000 Beschäftigten hat er eine lange Liste von Ethik-Regeln gegeben. "Bei unseren Geschäften orientieren wir uns außerdem an nationalen wie internationalen Werten und Grundsätzen und sind davon überzeugt, dass ein anständiges und korrektes Verhalten die beste Voraussetzung für Erfolg ist", heißt es bei Bauer. Dem Unternehmen sei bewusst, "dass wir neben den ökonomischen Aufgaben auch eine soziale Verpflichtung gegenüber der Gesellschaft haben".

Das gilt besonders für den Chef. Der 61-jährige Bauer hat zahlreiche Funktionen in politischen Verbänden und Vereinen. Er ist Schatzmeister der bayerischen Regierungspartei CSU und sitzt im Präsidium des Parteivorstandes. Bauer ist Vizepräsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), er war Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie. In der deutschen Wirtschaft haben die geplanten Abschottungsmaßnahmen von Donald Trump, die den freien Handel und die Freizügigkeit von Menschen beschränken, keinen guten Ruf.

Allerdings hat Familienunternehmer Bauer seit einigen Jahren etwas zu klagen. Der Erbe hat die Firma, die schon 1790 gegründet wurde, vor elf Jahren an die Börse gebracht, doch der große Erfolg blieb aus. Die Bauer-Aktie liegt nach einem anfänglichen Höhenflug jetzt wieder in der Nähe des Ausgabekurses von 2006. Im vergangenen Jahr ging der Umsatz zurück, Bauer musste die Gewinnprognose nach unten korrigieren.

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