Deutsche Bahn Bahnchef Grube tritt zurück

  • Er wirft hin: Bahnchef Grube verlässt nach fast acht Jahren das Unternehmen.
  • Hintergrund ist ein Streit über die eigentlich geplante Vertragsverlängerung.

Überraschend ist dieser Montag der letzte Arbeitstag von Rüdiger Grube bei der Deutschen Bahn. Der Vorstandsvorsitzende tritt zurück, teilt die Bahn mit. Eigentlich sollte an diesem Montag der Aufsichtsrat seinen Vertrag verlängern. Doch darüber gab es nach Informationen der Süddeutschen Zeitung Streit. Grube wollte drei Jahre Chef der Bahn bleiben, angeboten wurde ihm nur eine Verlängerung von zwei Jahren. Zuvor hatte der Spiegel über Grubes Rücktritt berichtet.

Der Eigentümer der Bahn ist der Bund, zuständig ist das Bundesverkehrsministerium. Interimschef werde der Finanzvorstand Richard Lutz, sagte ein Sprecher des Ministeriums. "Der Personalausschuss ist beauftragt, zügig mit der Suche nach einem Nachfolger zu beginnen", sagte er.

Seit 2009 war Grube Chef der Bahn. In seiner Amtszeit musste die Bahn sich auf die neue Konkurrenz der Fernbusse einstellen. Grube machte das Bahnfahren billiger, die Bahn verdiente deswegen aber auch weniger Geld. Die Züge waren also auch mit Hilfe vieler Sonderangebote wieder besser besetzt. So viel Gewinn wie einst kann die Bahn damit aber nicht erzielen. Der Konzern kämpft noch immer mit Problemen. Ein hoher Schuldenberg lastet auf dem Unternehmen. Der Bund steckt der Bahn deswegen Geld zu und erlässt ihr einst vereinbarte Dividendenzahlungen.

2015 hatte die Bahn sogar einen Verlust von 1,3 Milliarden Euro ausgewiesen. Das lag vor allem an Abschreibungen auf den Schienengüterverkehr. 2016 stieg der Betriebsgewinn wieder auf 1,8 Milliarden Euro.

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