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Konjunktur:Deutsche Wirtschaft bricht weniger stark ein als befürchtet

Triebwerkfertigung bei Rolls-Royce

Ein Mann begutachtet ein Flugzeugtriebwerk in einer Montagehalle.

(Foto: dpa)

Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im zweiten Quartal um 9,7 Prozent. Das Statistische Bundesamt war zunächst von einem Minus von 10,1 Prozent ausgegangen.

Die Wirtschaftsleistung in Deutschland ist in der Corona-Krise etwas weniger stark eingebrochen als zunächst berechnet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) schrumpfte im zweiten Quartal 2020 im Vergleich zum Vorquartal um 9,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. In einer ersten Schätzung war die Wiesbadener Behörde von minus 10,1 Prozent ausgegangen.

Der Konjunktureinbruch ist trotzdem historisch. Zum Vergleich: Selbst in den schlimmsten drei Monaten der Finanzkrise 2009 schrumpfte die Wirtschaft um weniger als fünf Prozent.

Ausgelöst wurde der ökonomische Absturz durch einen Kollaps der Exporte sowie die gesundheitlichen Maßnahmen, die die Corona-Pandemie eindämmen sollten: Geschäfte, Hotels und Restaurants mussten schließen, Fabriken machten dicht, Messen, Konferenzen und Konzerte wurden abgesagt.

Die Corona-Rezession hat zudem ein riesiges Loch in den deutschen Staatshaushalt gerissen: Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherung gaben im ersten Halbjahr zusammen 51,6 Milliarden Euro mehr aus als sie einnehmen, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Das Defizit entspricht 3,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2019 stand noch ein Überschuss von 46,5 Milliarden Euro zu Buche.

Als größtes Risiko gilt eine zweite Infektionswelle

Inzwischen verbessert sich die Lage aber schon wieder: Für das laufende dritte Quartal erwarten Ökonomen wegen der Lockerung der Corona-Beschränkungen wieder ein deutliches Wachstum. Auch der Ifo-Index dürfte im August den vieten Monat in Folge steigen. Die befragten Manager der Industrie sehen ihre Situation also nach wie vor zunehmend positiver als noch vor einigen Monaten.

Als größtes Risiko gilt aber nach wie vor eine zweite Infektionswelle in Deutschland, die mit neuen Einschränkungen der Wirtschaft im schlimmsten Fall einen erneuten Einbruch inklusive einer Pleitewelle auslösen könnte. Dass die Pandemie Länder wie die USA oder Großbritannien besonders stark trifft, in die deutsche Firmen normalerweise viele Waren verkaufen, bedroht zudem nach wie vor die Exporte.

© SZ/vit
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