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Conti und Schaeffler:Auf Crashkurs

Der Druck ist groß: Bei ihrer Aufsichtsratssitzung am Mittwoch müssen sich Conti und Schaeffler unbedingt einigen - und einen neuen Chefkontrolleur finden.

Eines ist klar: Ein neuerliches Fiasko bei der Aufsichtsratssitzung des Autozulieferers Continental an diesem Mittwoch kann sich niemand leisten.

Continental, Foto: dpa

Brechstange ade: Im Konflikt zwischen Continental und Schaeffler ist jetzt Fingerspitzengefühl gefragt.

(Foto: Foto: dpa)

Schon jetzt nimmt der Konzern aus Hannover Schaden, und auch das Image der Schaeffler-Gruppe leidet weiter. Die Banken sehen die Vorgänge ohnehin schon lange mit Sorge, und auch die großen Kunden in der Autoindustrie werden von Monat zu Monat unruhiger. Offenbar hat nun auch Maria-Elisabeth Schaeffler, die einst angesehene Familienunternehmerin aus Franken, erkannt, dass sie bei Conti nicht mit der Brechstange Erfolg hat - sie muss einlenken.

Fingerspitzengefühl ist gefragt, aber ob das die Beteiligten, die nun seit mehr als einem Jahr in einen aufreibenden Übernahmekampf verstrickt sind, aufbringen können, ist nicht ausgemacht. Der Kompromiss, der sich möglicherweise abzeichnet, weist zumindest schon einmal in die richtige Richtung. Rolf Koerfer, der Schaeffler-Berater und derzeitige Aufsichtsratsvorsitzende von Conti, soll seinen Posten räumen.

Das ist richtig so. Denn Koerfer hat - zumindest formal - das Chaos der letzten Aufsichtsratssitzung zu verantworten. Er hat die Widerstände gegen die Ablösung von Conti-Chef Karl-Thomas Neumann unterschätzt, er hat auch die offene Konfrontation zugelassen, die ins Desaster führte - ob aus Unerfahrenheit oder aus Überheblichkeit, ist unklar.

Schwierig wird sein, einen geeigneten Nachfolger zu finden. Denn der muss das Wohl von Conti im Auge und gleichzeitig einen guten Draht zum Großaktionär Schaeffler haben. Der Neue muss moderieren können und für Ordnung sorgen. Das könnte wohl am besten ein unbelasteter Kandidat von außen.