Studie:Kinder aufzuziehen, ist in China besonders teuer

Studie: Die Geburtenrate - die durchschnittliche Zahl der Kinder, die eine Frau bekommt - lag im vergangenen Jahr bei etwa 1,0. Chinas Bevölkerungszahl ist auch deshalb 2023 das zweite Jahr in Folge gesunken.

Die Geburtenrate - die durchschnittliche Zahl der Kinder, die eine Frau bekommt - lag im vergangenen Jahr bei etwa 1,0. Chinas Bevölkerungszahl ist auch deshalb 2023 das zweite Jahr in Folge gesunken.

(Foto: How Hwee Young/dpa)

Die Kosten für die Erziehung eines Kindes bis zum 18. Lebensjahr betragen in der Volksrepublik das 6,3-fache der Wirtschaftsleistung pro Kopf. Das hat Folgen für das Bevölkerungswachstum.

Kinder aufzuziehen, ist einer Studie zufolge in kaum einem Land so teuer wie in China. Die Kosten für die Erziehung eines Kindes bis zum 18. Lebensjahr betragen in der Volksrepublik das 6,3-Fache der Wirtschaftsleistung pro Kopf, heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten Analyse des in Peking ansässigen Forschungsinstituts YuWa Population.

Zum Vergleich: In Australien betragen die Kosten das 2,08-Fache des Bruttoinlandsproduktes pro Kopf, auch in Frankreich (2,24), in den USA (4,11) und in Japan (4,26) sei es weniger teuer. "Wegen der hohen Kosten und der Schwierigkeit für Frauen, Familie und Beruf zu vereinbaren, ist die Bereitschaft der Chinesen zum Kinderkriegen fast die niedrigste der Welt", sagte der Gründer des YuWa-Instituts, Liang Jianzhang. Die Geburtenrate - die durchschnittliche Zahl der Kinder, die eine Frau bekommt - lag im vergangenen Jahr bei etwa 1,0. Chinas Bevölkerungszahl ist auch deshalb 2023 das zweite Jahr in Folge gesunken.

Die Zahl der Neugeborenen liegt mittlerweile nur noch etwa halb so hoch wie 2016. Indien hat die Volksrepublik inzwischen als einwohnerstärkstes Land der Welt abgelöst. Immer mehr Chinesinnen entscheiden sich aufgrund der hohen Betreuungskosten und der mangelnden Bereitschaft, zu heiraten oder ihre Karriere auf Eis zu legen, gegen Kinder. Frauen arbeiten im Schnitt 2106 Arbeitsstunden weniger, wenn sie Kinder im Alter von null bis vier Jahren betreuen. Das führe zu einem Lohnverlust von 63 000 Yuan (8200 Euro), wenn ein Stundenlohn von 30 Yuan zugrunde gelegt werde. Das Institut hält es für "dringend erforderlich", so schnell wie möglich Maßnahmen zur Senkung der Kosten des Kinderkriegens einzuführen.

Das könne etwa durch Geld- und Steuersubventionen, verbesserte Kinderbetreuungsdienste, gleicher Mutter- und Vaterschaftsurlaub, Zugang zu ausländischen Kindermädchen und flexiblere Arbeitszeiten geschehen. Die Maßnahmen zusammengenommen könnten demnach die Zahl der Neugeborenen auf etwa drei Millionen erhöhen. "Wenn die derzeitige extrem niedrige Geburtenrate nicht verbessert werden kann, wird Chinas Bevölkerung schnell schrumpfen und altern", heißt es in der Studie "Das wird sich sehr negativ auf die Innovation und die allgemeine Stärke des Landes auswirken."

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