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Chef der IG-Bau:Senioren sollen große Wohnungen aufgeben

  • In Deutschland mangelt es an Wohnraum. IG-Bau-Chef Feiger macht nun einen ungewöhnlichen Vorschlag: eine staatliche Umzugsprämie für Senioren.
  • Sie sollen bis zu 5000 Euro erhalten, wenn sie in kleinere Wohnungen ziehen. Die frei werdenden großen Wohnungen stünden so wieder Familien zur Verfügung.

Kostenübernahme für Umzugshelfer und Renovierung

Eine fünfköpfige Familie hat in Deutschland im Schnitt gerade einmal 128 Quadratmeter zur Verfügung. Wohnraum ist mittlerweile nicht nur in den Großstädten knapp, sondern auch in den Klein- und Mittelstädten. Der Chef der IG-Bau, Robert Feiger, schlägt nun eine Prämie für Senioren vor, um große Wohnungen weg von den Alleinstehenden hin zu den Familien umzuverteilen.

Bis zu 5000 Euro sollen Senioren in Ballungsgebieten nach Vorstellungen der IG Bau für den Wechsel in kleinere Wohnungen bekommen können. "Viele Senioren sitzen im Alter in ihren großen Wohnungen fest, viele Familien müssen dagegen in viel zu kleinen Wohnungen wohnen. Diesen Missstand müssen wir beheben", sagte Gewerkschaftschef Feiger der Bild-Zeitung. Konkret schlug er vor, dass der Staat bei den Kosten für Makler, Renovierung der alten Wohnung und Umzugshelfer beispringt.

Vielen älteren Menschen werde ihre Wohnung, gerade wenn sie alleinstehend seien, sowieso zu groß. Der Umzug sei organisatorisch und finanziell aber oft eine zu große Hürde. "Hier muss der Staat helfen", meint Feiger.

Es darf kein Zwang zum Umzug entstehen

Die Verbandspräsidentin des Sozialverbandes VdK, Ulrike Mascher, bezeichnete die Prämie der Bild-Zeitung gegenüber als "gute Idee". Die Prämie allein könne das Problem des Wohnungsmangels aber nicht lösen: Es müsse dafür gesorgt werden, dass im gleichen Stadtteil dann auch ausreichend preiswerte kleine Wohnungen zur Verfügung stünden, in die die Senioren umziehen könnten, sagte Mascher.

Der Chef des Sozialverbands SoVD, Adolf Bauer, nannte die Maßnahme "im Einzelfall sinnvoll". Er warnte jedoch, eine Prämie dürfe nicht zu sozialem Druck führen: "Kein Mensch darf sich gezwungen fühlen, seine Wohnung räumen zu müssen."

© Süddeutsche.de/dpa/ratz/dayk/jobr
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