bedeckt München 34°

Boomende Autoindustrie:Rekordgewinne für BMW, Porsche & Co

VW, Audi, Daimler, BMW und Porsche: Die deutsche Autoindustrie boomt wie nie, ein Konzern nach dem anderen meldet Rekordgewinne. Allein die Zuffenhausener haben fast 120.000 Sportwagen im vergangenen Jahr verkauft. Inzwischen stellt sich die Frage: Wohin mit dem ganzen Geld?

Deutschlands Autobauer stellen weiter Rekorde auf: Nach guten Ergebnissen von VW, von Audi und von Daimler glänzen auch BMW und Porsche mit neuen Bestmarken. Fast 120.000 Sportwagen haben die Schwaben 2011 verkauft und damit ein Rekordergebnis von mehr als zwei Milliarden Euro eingefahren. Der Umsatz stieg um ein Fünftel auf knapp elf Milliarden Euro. "Dank der starken Nachfrage konnten wir im abgelaufenen Geschäftsjahr unsere Position als einer der weltweit profitabelsten Autohersteller weiter festigen", sagte der Vorstandsvorsitzende Matthias Müller.

7.600 Euro Rekordbonus fuer Porsche-Mitarbeiter

Ein Mitarbeiter von Porsche arbeitet in der Hauptmontage im Werk in Stuttgart an einem Fahrzeug vom Typ 911.

(Foto: dapd)

Der bayerische Autohersteller BMW hat im vergangenen Jahr einen Gewinn nach Steuern von fast fünf Milliarden Euro erzielt. Weltweit steigerte der Münchner Konzern seinen Absatz auf knapp 1,7 Millionen Autos, bis zu seinem Jubiläumsjahr 2016 - dann wird BMW 100 Jahre alt - will das Unternehmen die Marke von zwei Millionen verkaufter Wagen durchbrechen. "Damit wird das ursprünglich für 2020 vorgesehene Ziel deutlich früher erreicht als geplant", sagte Vorstandschef Norbert Reithofer.

Die Münchner hoffen, ihre Rivalen so auf Distanz halten zu können. Gerade im Oberklasse-Segment ist der Wettbewerb besonders hart. Die Ingolstädter VW-Tochter Audi hat sich zum Ziel gesetzt, BMW bis 2015 vom Premium-Thron zu stoßen. Auch der Stuttgarter Rivale Daimler will mit seiner Nobelmarke Mercedes wieder die Führung übernehmen, die er lange Jahre fast selbstverständlich innehatte. Zuletzt lag er - gemessen an den Absatzzahlen - auf Platz drei.

Große Hoffnungen setzen Deutschlands Autobauer vor allem auf die Märkte in Übersee. Besonders in Asien und Nordamerika, aber auch in boomenden Regionen wie Russland, Indien oder in Südkorea erwarten sie kräftiges Wachstum. Europa aber dürfte ein Sorgenkind werden. Gerade im Süden werden die Schuldenkrise und die nach Sparprogrammen schwächere Konjunktur Spuren hinterlassen. Das Geschäft in anderen Regionen soll das Minus dort aber mehr als ausgleichen.

BMW zahlt Rekorprämie

Angesichts der hohen Gewinne und glänzender Aussichten stellt sich die Frage: Wohin mit dem ganzen Geld? Die Beteiligung der Manager an den guten Ergebnissen ist nicht zu verachten. VW-Chef Martin Winterkorn hat im vergangenen Jahr allein 17,5 Millionen Euro verdient - mehr als die meisten Banker im Land. Der gesamte Vorstand der Niedersachsen wird mit mehr als 70 Millionen Euro am Rekordergebnis beteiligt. Auch BMW-Chef Reithofer genehmigt sich ein beachtliches Salär von 6,2 Millionen Euro, die gesamte Führungsriege der Bayern erhält mehr als 27 Millionen Euro.

Immerhin werden auch die Beschäftigten nicht vergessen. BMW zahlt seinen Mitarbeitern wieder eine Rekordprämie. Sie soll noch mal höher liegen als jene von 2010, sagte Reithofer. Damals hatte BMW seinen Mitarbeitern an den deutschen Standorten fast 1,6 Monatsgehälter, im Schnitt etwa 5840 Euro gezahlt. Auch VW und Audi haben ihren Beschäftigten einen beträchtlichen Teil des Gewinns ausgeschüttet.

Bleiben zuletzt noch die Aktionäre, die ihren Anteil am Kuchen einfordern. BMW schlägt eine Erhöhung der Dividende von 1,30 Euro auf 2,30 Euro je Stammaktie vor. Davon würde vor allem die Familienkasse des Industriellen-Clans Quandt profitieren: Die drei Großaktionäre Johanna Quandt, Stefan Quandt und Susanne Klatten würden fast 650 Millionen Euro ausgeschüttet bekommen.