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Luftfahrt:Drei Stunden nach New York

Simulation eines "Boom Overture": 2025 soll das erste Testflugzeug fertig sein und 2026 erstmals fliegen. Danach folgen über drei Jahre Tests.

(Foto: oh)

United Airlines will Überschall-Maschinen kaufen und ab 2029 auf Nordatlantik- und Pazifikstrecken einsetzen. Die Jets sollen klimaneutral fliegen.

Von Jens Flottau, Frankfurt

Die amerikanische Fluggesellschaft United Airlines will beim Flugzeugbauer Boom Supersonic bis zu 50 Maschinen vom Typ Overture bestellen und damit die Rückkehr zum zivilen Überschallfliegen einleiten. Die Vereinbarung, die 15 Festbestellungen beinhaltet, ist daran geknüpft, dass Boom bestimmte technische Voraussetzungen erfüllt.

Das Unternehmen aus Denver/Colorado arbeitet seit Jahren an dem Overture-Projekt. Dabei handelt es sich um ein 88-sitziges Flugzeug, das Mach 1,7 schnell fliegen soll. Das entspricht ungefähr der doppelten Geschwindigkeit von normalen Langstreckenflugzeugen. Die Reisezeit von Frankfurt nach New York oder anderen Zielen an der US-Ostküste würde sich auf dreieinhalb Stunden reduzieren. Allerdings liegt die Reichweite der Maschine mit etwa 4200 nautischen Meilen (7800 Kilometer) deutlich unter der von langsameren Flugzeugen, von denen viele mehr als 7000 Meilen fliegen können. Seinen Geschwindigkeitsvorteil wird das Flugzeug auch nur über Wasser ausspielen können, denn wegen des Überschallknalles wird es über Land die Schallmauer nicht durchbrechen dürfen.

Das Überschallzeitalter hatte 2003 mit der Ausmusterung der britisch-französischen Concorde sein vorläufiges Ende gefunden. Die Concorde war zwar ein technologisches Meisterstück, zumal sie in den 60er-Jahren entwickelt wurde, aber ein wirtschaftlicher Flop. Nur insgesamt 14 Maschinen flogen bei Air France und British Airways. Im Juli 2000 stürzte eine Concorde der Air France nach dem Start in Paris ab, nach aufwendigen Modifikationen durfte der Typ den Liniendienst noch für einige Zeit aufnehmen, bevor er aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt wurde. Auch der enorme Treibstoffverbrauch war ein Problem.

Hersteller und Airline wollen die Maschine nur mit nachhaltigem Treibstoff betanken

Boom und United wollen Kritik an der Umweltverträglichkeit von vorneherein begegnen. Sie haben sich verpflichtet, die Maschinen ausschließlich mit nachhaltigem Treibstoff zu betanken und damit keine zusätzlichen Kohlendioxid-Emissionen zu verursachen. United hat sich zudem verpflichtet, bis 2050 komplett klimaneutral zu fliegen, und zwar ohne Offset-Mechanismen.

Bis die Maschinen eingesetzt werden, wird es aber noch einige Jahre dauern. 2025 soll das erste Testflugzeug fertig sein und 2026 erstmals fliegen. Danach sind über drei Jahre Tests geplant - ungewöhnlich lange für ein neues Modell. United will die ersten kommerziellen Flüge mit der Overture im Jahr 2029 anbieten. Möglich wären neben der Strecke Frankfurt-New York auch Verbindungen wie London-New York oder San Francisco-Tokio. Insgesamt 500 Ziele kommen laut United grundsätzlich in Frage.

© SZ
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