Banken Sparkasse verlangt Gebühr für Klicks

Sparkassen-Filiale (Symbolbild)

(Foto: dpa)
  • Eine Sparkasse aus Soest sorgt mit einem Online-Konto für Aufsehen, bei dem Klicks Geld kosten.
  • Ein Cent wird für bestimmte Aktionen fällig. Künftig will die Bank den Aufschlag sogar erhöhen.
Von Jan Schmidbauer

Diese Idee könnte das Online-Banking auf den Kopf stellen. Und in der Soester Sparkasse war man sich wohl sicher, dass die Welt dafür bereit ist: Die Bank kassiert Geld für Klicks. Wer bestimmte Seiten im Online-Banking aufruft, muss dafür bezahlen. Ein Cent ist schon jetzt pro Klick fällig. Künftig will die Bank die Gebühr sogar noch erhöhen - auf zwei Cent pro Klick.

Ein Bericht des Soester Anzeigers verschafft dem Klickzuschlag gerade größere Bekanntheit in der Finanzbranche. Viele Banken suchen derzeit nach neuen Wegen, um Geld zu verdienen, erfinden neue Gebühren. Manche experimentieren sogar mit Negativzinsen. Hat die Sparkasse Soest nun eine neue Lösung für die leidende Branche entdeckt?

Marketing-Chef Thomas Schnabel ist nicht amüsiert über das große Interesse. Kunden müssten nicht für jeden Klick zahlen, wie es in der Lokalzeitung hieß, sagt er. Der Zuschlag wird beispielsweise fällig, wenn Nutzer ihre Umsätze prüfen. "Im Menü hin- und herklicken ist kostenlos", sagt Schnabel. Außerdem sei das Klick-Konto bislang eher kein Stadtgespräch in der nordrhein-westfälischen Stadt. Es werde nur von einem kleinen Kreis genutzt. Eine Kunden-Revolte sei bislang ausgeblieben.

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Zudem muss nicht jeder Online-Banking-Kunde das überraschende Kontenmodell nutzen. Wer das Basiskonto für fünf Euro monatliche Kontoführungsgebühr hat, klickt weiterhin gratis. Lediglich bei der günstigeren Konto-Variante für 3,50 Euro greift der Zuschlag.

Zu den Gründen für die Gebühr wollte die Bank sich nicht noch einmal äußern. Im Soester Anzeiger hatte sie den Aufschlag bereits verteidigt: "Schließlich werden schon beim bloßen Anklicken der Seite technische Prozesse im Hintergrund ausgelöst, die mit Kosten verbunden sind", sagte Schnabel dort. Normalerweise preisen Banken Kosten für die Nutzung der Webseite über die Kontoführungsgebühren ein. In Soest wird stattdessen der Klick-Cent aufgeschlagen. Ob die Gebühr auch etwas mit der Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) zu tun hat, Strafzinsen von Banken zu verlangen, ließ die Sparkasse ebenfalls offen.

Eine Möglichkeit, die Kontobewegungen gratis zu überprüfen, bleibt den Soestern übrigens auch weiterhin erhalten. Laut aktueller Rechtsprechung müssen Kunden zumindest die Option haben, das Konto kostenfrei einzusehen. In Soest funktioniert das ganz analog - mit dem Weg an den Kontoauszugsdrucker.

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