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Autonomes Fahren:Deutsche Bahn will bis 2023 Lokführer teilweise abschaffen

Präsentation ICE 3

Vollautomatisierte Züge ohne Lokführer: Spätestens 2023 will die Deutsche Bahn diese Vision umsetzen.

(Foto: Daniel Reinhardt/dpa)
  • Die Deutsche Bahn will laut Konzernchef Grube bis spätestens 2023 die ersten vollautomatisierten Züge ohne Lokführer in Betrieb nehmen.
  • Das geplante Aus der Nachtzüge will die Konzernspitze indes doch noch einmal überdenken.

Die Bahn will in wenigen Jahren Züge ohne Lokführer auf die Schienen in Deutschland schicken. "Ich rechne damit, dass wir 2021, 2022 oder 2023 so weit sind, dass wir in Teilen unseres Netzes vollautomatisch fahren können", sagte Bahnchef Rüdiger Grube der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Zwar sei das Fahren ohne Lokführer auf einem komplexen Schienensystem, in dem schnelle und langsame Personenzüge sowie Güterzüge fahren, "schwieriger als bei einer U-Bahn", räumte Grube ein. "Aber es ist möglich."

Die ersten Tests seien bereit angelaufen, unter anderem gebe es ein Testfeld bei der Erzgebirgsbahn. Die Bahn müsse im Vergleich mit der Straße wettbewerbsfähig bleiben und bei der Digitalisierung nicht nur zusehen, sagte Grube. Zudem wolle das Staatsunternehmen die Daten, die es gewinnt, besser nutzen. Dazu seien der Aufbau einer eigenen Gesellschaft und eine weitreichende Zusammenarbeit mit Start-ups geplant.

Das geplante Aus bei den Nachtzügen will die Bahn indes doch noch einmal überprüfen. "Unsere Nachtzüge schreiben tiefrote Zahlen. Wir bemühen uns aber, noch in diesem Jahr ein Konzept vorzulegen, mit dem es auch künftig in Deutschland Nachtzugverkehr geben wird", sagte Grube. So erwägt die Bahn schon länger, das verlustreiche Nachtzug-Geschäft an die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) abzugeben. Anhänger der sogenannten City Night Liner hatten mit einer Unterschriftenaktion gegen die Streichungspläne protestiert.

Grube verteidigte auch die Stellenstreichungen im Güterverkehr. Die Bahn müsse "produktiver und flexibler" werden. Bei der Güterbahn DB Cargo droht der Wegfall von 2100 Arbeitsplätzen sowie 215 kleineren der insgesamt 1500 Verladestationen.

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