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Atomkraft - Kiel:Zwei Pannen im stillgelegten Kernkraftwerk Brunsbüttel

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Das Betriebsgebäude mit Reaktorgebäude bei einem Presserundgang im Kernkraftwerk Brunsbüttel (KKB). Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Brunsbüttel/Kiel (dpa/lno) - Im seit 2007 abgeschalteten Kernkraftwerk Brunsbüttel ist es zu zwei meldepflichtigen Ereignissen gekommen. Beim ersten Ereignis wurden bei der Reinigung im Inneren eines außer Betrieb genommenen Zwischenkühlers lose Kunststoffhülsen vorgefunden, wie das für die Atomaufsicht zuständige Energieministerium am Donnerstag in Kiel mitteilte.

Die Hülsen waren den Angaben zufolge zum Schutz der Kühlerrohre vor Abrieb und Dichtverlust eingeklebt worden. Der Zwischenkühler hab im jetzigen Restbetrieb des Kernkraftwerks die Aufgabe, Wasser des Kaltwassersystems bei Bedarf zu kühlen und die anfallende Wärme an das Elbwasser abzugeben. Für die Reparatur wurde auf den parallelen intakten Kühler umgeschaltet. Der andere Kühler soll vollständig zerlegt werden, um die Schadensursache festzustellen und die notwendigen Reparaturen festzulegen.

Das zweite meldepflichtige Ereignis wurde bei einer Routineprüfung festgestellt. Weil eine Zuluftklappe nicht ordnungsgemäß öffnete, strömte den Angaben zufolge Luft aus den Räumen des Reaktorgebäudes in das Treppenhaus statt in Richtung Anlagenräume. Im Brandfall soll Rauch aus dem Treppenhaus abziehen und dieses als Flucht- und Rettungsweg dienen. Ursache für den Defekt sei ein Fehler auf einer inzwischen ausgetauschten elektronischen Baugruppe gewesen.

Die atomrechtliche Aufsichtsbehörde hat Sachverständige zur Klärung der Sachverhalte eingeschaltet. Die Betreibergesellschaft Vattenfall ordnete laut Ministerium die Ereignisse der Kategorie "N" (Normalmeldung) zu und informierte die Atomaufsicht am 22. April.

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