Sommerküche:Essen gegen die Hitze

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stück wassermelone

Die richtige Wahl im Sommer: Lebensmittel, die erfrischen und viel Feuchtigkeit liefern. Ernährungswissenschaftlicherin Monika Bischoff empfiehlt zum Beispiel Wassermelonen.

(Foto: Steve81 / photocase.com)

Leicht und lecker durchs Wochenende: In den kommenden Tagen erwarten uns Temperaturen weit über 30 Grad. Welche Lebensmittel gegen die Hitze helfen, ob man seine Getränke besser warm oder kalt genießen sollte.

Von Christina Metallinos

Ob die Pommes von der Imbissbude am Baggersee, die knusprige Schweinshaxe im Biergarten oder die duftenden Bratwürste auf dem Grill - an heißen Sommerwochenenden warten an jeder Ecke kulinarische Verlockungen. Wirklich Lust auf heiß und fettig verspüren bei Temperaturen über 30 Grad aber die wenigsten. Der Mensch hat bei Hitze von Natur aus weniger Hunger, erklärt die Ernährungswissenschaftlerin Monika Bischoff: "Der Körper ist nicht so leistungsfähig, weil er versucht, sich ruhig zu halten. Gerade die Verdauung verbraucht sehr viel Energie und läuft deshalb langsamer."

Nichts essen ist auch keine Lösung

Ganz aufs Essen verzichten sollte man aber natürlich nicht, so die Ernährungsexpertin, stattdessen sei es ratsam, mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt zu sich nehmen. Sehr gut eignen sich Salate, mageres Hähnchenfleisch, Fisch oder Gemüse. Obst dagegen sollte man nur in Maßen verzehren, da es durch den hohen Zuckeranteil auf Dauer zusätzlich den Durst fördert.

Den stillt man am besten mit Mineralwasser oder leichten Saftschorlen - ein Teil Saft auf drei Teile Wasser reicht vollkommen. Ansonsten eignen sich auch ungesüßte Tees und alkoholfreies Weißbier. Doch auch die alkoholhaltige Variante ist nicht verboten: "Im Biergarten sollte man den ersten Durst vielleicht nicht gleich mit Bier stillen", sagt Bischoff, "aber ein Radler ist schon in Ordnung."

Um nicht nur über Getränke genügend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, empfiehlt sie zusätzlich wasserhaltige Lebensmittel: "Wassermelonen sind bei dem Wetter perfekt, oder auch Gurken." Bischoff selbst hat auf einer China-Reise eine neue Art des Schönwetteressens entdeckt: "Dort essen alle Gurke am Stiel, das kühlt ab, ist ein leichtes Essen und man nimmt viel Wasser zu sich." Als Alternativen für den bayerischen Biergarten eignen sich Radieschen oder Rettich, die ebenfalls viel Wasser enthalten.

Dabei ist zu beachten, dass die Lebensmittel nicht zu kalt oder gar eisgekühlt sein sollten. "Durch kaltes Essen und Getränke kühlt der Körper zu schnell ab und muss deshalb mehr verbrennen, um seine Temperatur aufrecht zu erhalten. So kommt es zu mehr Schweißbildung als gewollt und ich erreiche das Gegenteil von dem, was ich eigentlich wollte", sagt Bischoff. Allgemein empfiehlt sie: nicht zu kalt, nicht zu heiß und nicht zu stark gewürzt zu essen. Die einzige Ausnahme: Salz. "Durch das Schwitzen verlieren wir viel Salz, dadurch können manche Menschen einen zu niedrigen Blutdruck kriegen. Deshalb ist Salzen bei diesen Temperaturen vollkommen in Ordnung", sagt die Expertin.

Monika Bischoffs persönliche Empfehlung für den Sommer ist dieses Dessert:

Wassermelonen-Pudding

"Der Pudding schmeckt richtig leicht und erfrischend, einfach lecker!", sagt die Ernährungsexpertin. Der Wassermelonen-Pudding ist eine italienische Spezialität, die sie bei einer Olivenöl-Degustation entdeckt hat.

Dafür das Fleisch einer Wassermelone pürieren. Wer mag, gibt noch ein wenig Zucker dazu. Dann die Masse mit etwas Maisstärke aufkochen, bis es die Konsistenz von Tortenguss hat. Danach in kleine Förmchen gießen und über Nacht im Kühlschrank fest werden lassen. Mit gerösteten Pistazien und etwas hochwertigem Olivenöl servieren.

Was die Köche von Münchner Restaurants bei diesen Temperaturen servieren, können Sie auf der folgenden Seite nachlesen.

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