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Skandal-Design bei Urban Outfitters:Modekette verkauft Stoffdesign im KZ-Stil

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Die US-Modekette Urban Outfitters vertreibt den Druck links - und erinnert damit enorm an Zwangskleidung in NS-Konzentrationslagern.

(Foto: Anti-Defamation League/dpa)
  • Die US-Kleidungsfirma Urban Outfitters vertreibt einen Wandteppich, der stark an Kleidung in Konzentrationslagern erinnert.
  • Die New Yorker Anti-Defamation League drängt den Konzern, das Stück aus dem Sortiment zu nehmen.
  • Urban Outfitters fällt nicht zum ersten Mal mit derartiger Mode auf.

Von Christopher Pramstaller

Die Modefirma Urban Outfitters hat einen Wandteppich im Stil von Konzentrationslager-Kleidung auf den Markt gebracht und wird dafür nun kritisiert. Die Anti-Defamation League (ADL), eine New Yorker Menschenrechtsorganisation, die sich gegen Antisemitismus einsetzt, fordert die Kette eindringlich dazu auf, das Accessoire aus dem Sortiment zu nehmen.

Wie die ADL schreibt, erinnere der Druck mit den grauen und weißen Querstreifen und den pinken Dreiecken enorm an jene Kleidung, die schwule Häftlinge in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten tragen mussten.

"Ob absichtlich oder nicht: Die Streifen und das pinke Dreieck sind in dieser Kombination höchst anstößig und sollten nicht Teil einer Mainstream-Pop-Kultur werden", teilte der Leiter der ADL, Abraham H. Foxman, mit. "Wir drängen Urban Outfitter dazu, diese Stoffe, die Opfer des Holocaust unter Zwang tragen mussten, unverzüglich aus dem Verkauf zu nehmen."

Urban Outfitters reagierte bisher nicht auf eine Presseanfrage und die Bitte um Stellungnahme.

T-Shirt-Design mit Judenstern auf der linken Brusttasche

Urban Outfitters fällt nicht zum ersten Mal mit anstößigen Designs auf. 2012 vertrieb die Kette ein gelbes T-Shirt mit Davidstern auf der linken Brusttasche - ähnlich jenen Sternen, die Juden vom Jahr 1939 an im besetzten Polen und ab 1941 auch im Deutschen Reich tragen mussten. Designt wurde das Shirt für Urban Outfitters damals von der dänischen Firma Wood Wood, die sich später damit entschuldigte, es handle sich nur um einen Prototypen.

In einem weiteren Fall vertrieb die Firma ein Sweatshirt mit dem Logo der Kent State University im US-Bundesstaat Ohio, das mit roten Farbspritzern bedruckt war. Das Design wurde von Kritikern als Anspielung auf eine Schießerei im Jahr 1970 verstanden, bei der vier Studenten ums Leben kamen.

Zara vertrieb Baby-Shirt "Sherif", das ebenfalls an KZ-Kleidung erinnerte

Es stellt sich die Frage, wie nach mehrfachen Auffälligkeiten immer wieder solche Designs bei Urban Outfitters in den Verkauf gelangen. Große Aufmerksamkeit und damit auch Besuche in den Online-Shops und Läden sind der Kette jedenfalls sicher.

Urban Outfitters ist nicht die einzige Modefirma, die bei ihren Designs danebengreift. Im vergangenen Jahr war die spanische Modekette Zara ebenfalls mit einem Design aufgefallen, das an KZ-Kleidung erinnerte. Die Firma vertrieb das Baby-Shirt in den Größen 62 bis 104 unter dem Namen "Sherif".

© pram/olkl
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