Kolumne: Ladies & Gentlemen:Hollywood und Honeymoon

Lesezeit: 2 min

Eine bunte Ablenkung in diesem Katastrophensommer: Ben Affleck und Jennifer Lopz sind auf Grand Tour durch Europa.

Von Max Scharnigg und Julia Werner

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(Foto: Pierre Suu/GC Images)

Ganz bei sich: Jennifer Lopez

Die Welt liegt bekanntlich in Trümmern, aber zum Glück gibt es Ablenkung: Bennifer, also die Neuauflage der Beziehung von Jennifer Lopez und Ben Affleck. Die beiden haben geheiratet und sind die letzten Wochen durch Europa getourt, und immer wenn man gerade dachte, es sei wirklich alles hoffnungslos, ploppte wieder irgendwo ein neues Bild des Paares auf. Und man konnte sich dann mit unwichtigen Gedanken darüber ablenken, wieso die überall gesehen werden wollen, obwohl sie das Geld haben, einfach zu verschwinden und ihr Leben in Flipflops zu genießen. La Lopez trug mal Dolce & Gabbana, mal so preiswerte Sachen wie das Label Reformation, aber man muss hier gar nicht durchanalysieren, wieso die Frau selbst in Vacation Mode sehr hohe Schuhe trägt und durch und durch perfekt aussieht - sie ist eben ein Star, und Aufmerksamkeit ist die Droge. Die viel interessantere Stilfrage lautet, warum eine so durch und durch selbstverwirklichte Frau sich einen müden Ehemann an der Hacke noch mal antut. Vielleicht, weil sie neben seiner Abgespanntheit noch mehr strahlt? Nein. Das Erfolgsgeheimnis dieses Mannes liegt genau in dieser schlaffen Unbeeindrucktheit. Die ganze Anbeterei kann einer galaktisch schönen Frau wahrscheinlich ganz schön auf die Nerven gehen. Ein alter weißer Mann, der mit seinem Gesichtsausdruck die ganze Zeit sagt, dass die Welt wirklich das Allerletzte ist, er aber die Frau an seiner Seite ganz einfach verdient hat - das ist wahrscheinlich das Beste, was ihr passieren kann. Das ist wirklich Urlaub.

Ganz bald fünfzig: Ben Affleck

Das ist das Outfit, bei dem jeder vernünftige Mann irgendwann landet, wenn er alle Irrtümer (Hemd mit Stehkragen) und Sackgassen (Teure Hoodies) hinter sich gelassen hat. Ein hellblaues Oxford-Hemd, körperbetont aber nicht eng, ohne Schnörkel, ohne textile Kapriolen, ohne komische Taschen und Muster. Dazu eine passgenaue Chino in Navy, an der nie irgendwas auszusetzen sein wird, und dezent patinierte Lederschuhe. Man muss nicht aussehen wie Ben Affleck, in diesem Look steht jeder Mann solide im Bild, sei es beim Honeymoon in Paris wie hier oder im verspäteten ICE nach Kassel. Man macht nicht zu viel Aufhebens um sich, aber unterstreicht mit der makellosen Qualität der einzelnen Zutaten eben schon, dass ein gewisser Anspruch da ist. Noch wichtiger - in dieser Uniform kann man halbwegs würdevoll altern (Affleck wird übermorgen 50!) ohne sich selbst allzu vertrocknet vorzukommen. Im Sommerurlaub die Ärmel und Hosenbeine aufkrempeln, die Socken weglassen, vielleicht eine neue Uhr am Arm, vielleicht eine markante Sonnenbrille. Abends, wenn es sein muss noch ein Leinensakko drüber und im Winter einen Kaschmircardigan, das sind die Variationsmöglichkeiten und sie sind völlig ausreichend. Man kann das jeden Tag anziehen, es ist nicht aufregend natürlich, aber die Sache ist ordentlich gelöst. Und obwohl das Outfit so einfach ist, gibt es immer noch tausend Möglichkeiten, alles zu vergeigen. Ist leider so: Man muss sich durch hundert Hosen und Hemden testen, bis man die perfekten für sich gefunden hat. Aber dann kann man damit problemlos neben den schönsten Frauen der Welt rumstehen.

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