Essen und Trinken Mehr Geschmack für den Blumenkohl

Blumenkohl gilt als langweilig - zu unrecht.

(Foto: Kai Remmers/picture alliance)

Blumenkohl gilt als langweiliges Gemüse. Doch das liegt nur daran, dass er oft mit den falschen Rezepten zubereitet wird. Fünf Alternativen.

Von SZ-Autoren

Wenn Blumenkohl so beliebt ist, dann auch, weil er es allen so leicht macht. Er ist geduldig mit anderen Zutaten, einfach zuzubereiten und kann von Frühjahr bis Winter geerntet werden. Und wie alle, die sich besonders gut anzupassen wissen, gilt er als etwas langweilig; sympathisch tantig eben - und rasch verkocht.

Was auch daran liegt, dass man oft die falschen Rezepte für ihn entwickelte. Behäbige Käsesaucen etwa, oder "Blumenkohl Dubarry", mit dem Ludwig XV einst der Gräfin du Barry eine Freude machte, eine mehlige Cremesuppe, deren schwefelige Süße dem Muff der Mätressenlager von Versailles nicht unähnlich gewesen sein dürfte.

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Wer Blumenkohl ernst nehmen will, sollte sein Phlegma nicht unterstützen, sondern ihn mal ein wenig herausfordern. Ihm Röstnoten abringen, mit Säure und Frische arbeiten. Kurzum: Zutaten auf ihn hetzen, die mit Aromen nur so rumknallen. Wir hätten da fünf Ideen.

Blumenkohl-Braten

Das Rezept: Restaurantköche hadern oft mit vegetarischen Hauptgängen. Das liegt nicht etwa daran, dass es so schwierig wäre, schöne Gemüsegerichte zu erfinden, sondern eher am Satzbau klassischer Speisekarten in der westlichen Welt: Darin wird als Hauptgang stets ein Stück Fleisch oder Fisch mit Sauce, Gemüse und Sättigungsbeilage beworben. Das entspricht einer tief sitzenden Erwartung an die Struktur von Gerichten, die wir als wertvoll empfinden. Auf dem Teller zentrale Stücke wie ein Steak sind in der Gemüsewelt selten. Blumenkohl bietet da eine perfekte Alternative. Im Ganzen im Ofen gegart, kann man ihn wie einen Sonntagsbraten servieren. Natürlich ist er kein echter. Es geht ja auch nicht darum, den Geschmack zu simulieren wie bei vielen kläglichen Fleischersatz-Rezepten. Man sollte diesen Gemüsebraten vielmehr als köstliches Grundrezept für Experimente aller Art betrachten.

Die Zutaten: 1 großer Blumenkohl von mindestens 1,2 Kilo, etwas Salz, 8 EL Olivenöl.

Die Zubereitung: Den Blumenkohl putzen, die Blätter entfernen und den Strunk kreuzweise einschneiden. Den Kohl in viel Salzwasser etwa 10 Minuten recht bissfest kochen (sehr große Köpfe einige Minuten länger). Backofen auf 220 Grad vorheizen (Umluft 200 Grad). Den Blumenkohlkopf aus dem Topf heben, abtropfen lassen, mit Küchenpapier trocknen, auf ein Blech mit Backpapier legen, mit reichlich Olivenöl beträufeln, salzen und auf mittlerer Schiene im Ofen etwa 40 Minuten goldbraun braten, nach 20 Minuten erneut gut mit Öl beträufeln. Den Kohl wie einen Braten zu Kartoffeln, Reis oder Weißbrot servieren. Und mit Sauce natürlich - klassisch mit Béchamel, aber auch Teriyaki, ein cremiges Linsencurry, Kräutervinaigrette, Brösel oder Parmesan passen toll.

(Hans Gerlach)