Es muss was ganz besonderes sein Wasserfall zum Geburtstag

Was denen schenken, die schon alles haben? In Hollywood geraten die Antworten auf diese existentielle Frage bisweilen ziemlich surreal. So wie jüngst an Brad Pitts Geburtstag.

Es ist die Existenzfrage der Konsumgesellschaft schlechthin: Was dem schenken, der schon alles hat? Die jüngste Phase des Grübelns, des nächtlichen Wachliegens und schleichenden Verzweifeln ist gerade erst vorbei - mit mehr oder weniger erfolgreichem Ausgang. Doch schon steht der nächste Geburtstag an, natürlich gefeiert von jemandem, der - wie in politisch korrekter Bescheidenheit mehrfach versichert wird - "wunschlos glücklich" ist. Zumindest, was materielle Dinge angeht.

Für Brad zum Geburtstag nur das Allerfeinste.

(Foto: dpa)

Für die Topverdiener in Hollywood nimmt das Problem noch einmal eine ganz neue Dimension an. Schließlich leben sie in einem Kosmos, wo schon Zweijährige in Designer-Boutiquen einkaufen, Teenie-Popstars ihren Sankastenfreunden zu Weihnachten teure Sportwagen vor die Haustüren stellen und Champagner ohnehin auf exzentrischen Partys kostenlos in Hektolitern fließt. Was also tun, wenn der Geburtstag des Liebsten ansteht? Es soll ja etwas ganz Besonderes sein.

Im Fall von Brad Pitt, nun 48, ist das ganz Besondere: ein Wasserfall. Wie das britische Klatschblatt Daily Mirror ausführt, hat ihm seine Angelina das idyllische Geplätscher bei Los Angeles samt umliegendem Gelände zu seinem Geburtstag am 18. Dezember und zu Weihnachten geschenkt. Pitt habe schon immer davon geträumt, an einem Wasserfall zu leben. Das Geschenk hat offenbar den gewünschten Anklang gefunden: Der Filmstar soll dort nun ein Haus ganz im Stil seines Lieblingsarchitekten Frank Lloyd Wright planen. Der baute in den 1930er Jahren bei einem Wasserfall in Pennsylvania die Villa Fallingwater, die Pitt und Jolie 2006 gemeinsam besuchten. Pitt trägt sich offenbar mit dem Gedanken, sich eine Weile aus dem Filmgeschäft in das meditative Rauschen des Wassers zurückzuziehen.

Nur ein paar Monate noch, dann dürfte die beruhigende Wirkung des Wasserfalls allerdings auf eine harte Probe gestellt werden. Am 4. Juni steht Angelinas 37. Geburtstag an. Da sollte Pitt frühzeitig anfangen, sich das Hirn nach einem passenden Präsent zu zermartern. Taj Mahal vielleicht? Zu unpersönlich. Sex auf dem Mond? Ach nein. Das hatte ja der Nasa-Praktikant Thad Roberts schon einmal probiert - erfolglos. Ein Anhänger mit einem Tropfen von Pitts Blut? Nein, das gab schon: Als Jolie mit Billy Bob Thornton. Eine martialische Maschinengewehrkette? Die gab es schon zu ihrem 33. Ihr Sohn Maddox hatte ihr damals zum Muttertag ein Maschinengewehr gemalt, Pitt ließ einen daraus inspirierten Anhänger anfertigen. Wie romantisch.

Und was wird es nun für Angelina? Ein aufblasbares Krankenhaus samt Personal vielleicht? So könnte die Schauspielerin immerhin Gutes tun, wo immer sie gerade herumreist. Über sein Budget dürfte sich Pitt jedenfalls ebensowenig Gedanken machen müssen wie über Lagerraum: Erst vor ein paar Wochen schenkte er seinen offenbar immer noch kriegsspielbegeisterten Kindern einen echten Panzer.