Bundesliga "Sie provozieren viel, machen Theater. Das können sie sehr gut"

Nach nur neun Minuten und 23 Sekunden hatte sich Hertha die Million mit Beiträgen zwischen 100 Euro (Minimum) und 10 000 Euro (Maximum) gesichert. Damit sollen Aktivitäten wie der Online-Fanshop oder die Hertha-App forciert werden. Man will präpariert sein, sollte das Hoch anhalten, seit neun Spielen ist Hertha ja trotz des Fremdelns im Olympiastadion dort ungeschlagen, und selbst bei einer Niederlage im nächsten Duell bei Borussia Mönchengladbach blieben die Berliner auf Platz drei. Allerdings ist da jetzt die Frage, ob Herthas Kosmetik-Programm auch bei denen ankommt, die es locken soll? Für eine solche Million braucht es ja eigentlich auch nur 100 Bessergestellte, die zu 10 000 Euro zeichnen.

Gut, Hertha tut was, der Klub stemmt sich gegen die Ignoranz in der Stadt in etwa so energisch, wie die Mannschaft auf dem Rasen ihre Gegner in die Knie zwingt. Eigentlich "ein typisches Null-zu-null" hatte Ingolstadts Trainer Ralph Hasenhüttl beobachtet bis zu jener 54. Spielminute, in der die Dramaturgie zugunsten der ohnehin aktiveren Berliner kippte. Während der FCI noch wild protestierte, nutzte die Hertha die Verwirrung, um durch den Japaner Haraguchi das wegweisende 1:0 zu erzielen. Skjelbred hatte Lezcano zuvor den Ball mit einer Aktion entwendet, die das FCI-Kollektiv als Foul beklagte, was kontraproduktiv wird, sobald der Schiedsrichter dies nicht tut.

"Jeder wartet eigentlich auf den Pfiff, aber keiner pfeift", stellte Hasenhüttl fest, derweil Skjelbred einerseits geständig war ("Ich habe den Ball gewonnen, aber es gab auch Körperkontakt"), andererseits zu einer Generalkritik anhob, wie sie der Aufsteiger schon häufiger zu hören bekam: "Die sollen nicht reden, die sollen Fußball spielen. Sie provozieren viel, machen Theater. Das können sie sehr gut."

Wieder so ein Tag, an dem jeder seine Perspektive zu Protokoll gab. Eine exklusive hinterließ Hasenhüttels Assistent Michael Henke, als er zornbebend ("Nicht zu fassen! Nicht zu fassen!") aus der Arena rauschte: "Wirst hier nur beschissen, weil die Hauptstadt Champions League spielen muss!" Nichts wünscht sich Hertha derzeit sehnlicher, als die Bürger Berlins derart zu elektrisieren wie am Samstag den Fußballlehrer Henke.

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