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Zehn Zylinder der Formel 1:Bei Vettel zickt die Software

Der Weltmeister ärgert sich über ein "bescheidenes Wochenende", Nico Rosberg feiert seinen Sieg mit einem Urlaub in der Sonne und Ferrari-Präsident Luca Cordero di Montezemolo zieht Vergleiche zwischen der Formel 1 und Taxifahrern. Die zehn Zylinder des Renn-Wochenendes.

Von René Hofmann, Melbourne

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Zehn Zylinder der Formel 1:Nico Rosberg

Mercedes Formula One driver Rosberg of Germany celebrates winning the Australian F1 Grand Prix in Melbourne

Quelle: REUTERS

Der Weltmeister ärgert sich über ein "bescheidenes Wochenende" und macht sich fix aus dem Staub, Nico Rosberg feiert seinen Sieg mit einem ausgiebigem Urlaub in der Sonne und Ferrari-Präsident Luca Cordero di Montezemolo lässt aus der Ferne Vergleiche zwischen der Formel 1 und Taxifahrern übermitteln. Die zehn Zylinder des Renn-Wochenendes.

Von René Hofmann, Melbourne

Nico Rosberg: Könnte sein, dass die Reisearrangements noch einmal geändert werden. Nico Rosbergs bisher größter Erfolg war der Sieg bei seinem Heimrennen, dem Großen Preis von Monaco, im vergangenen Jahr. Damals eng an seiner Seite: seine Verlobte Vivian Sibold. In Melbourne brachte sie Rosberg erneut Glück. Im besten Auto gewann er überlegen, was ihm so viel Spaß bereitete, dass er fand: "Das Rennen in Malaysia könnte schon morgen sein." Es ist aber erst in zwei Wochen, bis dahin fliegt das Paar nach Bali in den Urlaub. Vielleicht begleitet Sibold Rosberg dann doch nach Sepang, obwohl das bisher nicht geplant war.

Im Juli wollen die beiden heiraten. Rosbergs Teamkollege und Titelrivale Lewis Hamilton sollte nicht mit einer Einladung rechnen.

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Zehn Zylinder der Formel 1:Daniel Ricciardo

Australia Formula One Grand Prix

Quelle: dpa

Daniel Ricciardo: "Stand by your Dan": So titelte eine große australische Zeitung, nachdem Sebastian Vettels neuer Teamkollege den Weltmeister in der Qualifikation überraschend geschlagen und den zweiten Platz in der Startaufstellung erobert hatte. Mehr als 100.000 Zuschauer kamen dann am Sonntag tatsächlich, um dem 24-Jährigen aus Perth beizustehen. "Wow, das ist gigantisch", funkte der, als er als Zweiter an der Zielflagge vorbeikam. Was Ricciardo da noch nicht ahnen konnte: Fünf Stunden später sollten die Rennkommissare ihm die gute Platzierung aberkennen. Das Benzin war schneller in die Brennkammern des Renault-Motors seines Red Bull geflossen als erlaubt. Aus der Traum.

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Zehn Zylinder der Formel 1:Sebastian Vettel

Australian F1 Grand Prix - Race

Quelle: Getty Images

Sebastian Vettel: Das Rennen lief noch, als der Titelverteidiger bereits auf dem Weg zurück in seine Wahlheimat in der Schweiz war. "Ein eher bescheidenes Wochenende": Viel mehr gab es für Vettel nicht zu sagen. Die finalen neuen Rennen der Saison 2013 hatte er gewonnen. In Melbourne aber zickte die Motor-Software. Erst in der Qualifikation, dann auch noch im Rennen. Nach wenigen Kilometern musste der einstige Seriensieger seinen Red Bull abstellen. So blieben ihm und der Welt nur wenige Erkenntnisse. Aber immerhin: Der 26-Jährige hat zum Saisonauftakt öffentlich erklärt: "Ich bin im Winter Vater geworden".

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Zehn Zylinder der Formel 1:Kevin Magnussen

McLaren Formula One driver Magnussen of Denmark looks on in the garage during the first practice session of the Australian F1 Grand Prix in Melbourne

Quelle: REUTERS

Kevin Magnussen: Kevin Magnussens Vater Jan fuhr einst selbst auch in der Formel 1, 1995 für McLaren-Mercedes, ab 1997 für Stewart-Ford. Doch so weit wie sein Sohn es gleich beim Debüt brachte, ist der Vater nie gekommen. Seine beste Platzierung war Rang sechs - bei seinem letzten Formel-1-Auftritt, dem Großen Preis von Kanada 1998. Kevin Magnussen wurde auf Anhieb Zweiter. Dem 21-Jährigen glückte damit ein Debüt, das an den Einstand von Lewis Hamilton 2007 erinnerte, der ein Jahr später Weltmeister wurde. Vater Magnussen war auf eine solche Premiere offenbar nicht vorbereitet: Es gibt ein Foto, das ihm beim Fernseh-Schauen zeigt in dem Moment, als sein Sohn die Ziellinie in Melbourne überquert. Vater Magnussen ist ziemlich überwältigt. Vor ihm auf den Tisch stehen Chips und Bier.

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Zehn Zylinder der Formel 1:Daniil Kwjat

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Quelle: AFP

Daniil Kwjat: Ein Kapitel der Formel-1-Geschichte muss seit Sonntag umgeschrieben werden. Wegen Daniil Kwjat. Der Russe ist neu im Team von Toro Rosso. Was er bei den Trainingsfahrten im Albert Park zeigte, sah noch wild aus: Da war Kwjat häufig neben der Strecke. Im Rennen aber lief alles glatt. Als Neunter holte Kwjat zwei WM-Punkte - im Alter von exakt 19 Jahren und 324 Tagen. Damit bricht er einen Rekord, bisher jüngster Punkte-Gewinner war mit 19 Jahren und 349 Tagen Sebastian Vettel.

Der aber kann sich damit trösten, dass bei seiner ersten Fahrt in die Punkteränge 2007 in Indianapolis galt noch ein anderes Reglement. Damals bekamen lediglich die besten acht Punkte, Vetter wurde Siebter.

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Zehn Zylinder der Formel 1:Ron Dennis

Chairman and CEO of McLaren Formula One team Dennis signs autographs at the first practice session of the Australian F1 Grand Prix in Melbourne

Quelle: REUTERS

Ron Dennis: Ron Dennis ist zurück beim Formel-1-Team von McLaren. Welches Amt er genau inne hat, ist nicht klar. Der Geschäftsführer und Mitbesitzer der McLaren-Group hat lediglich gesagt: "Künftig werde ich mich wieder ums Formel-1-Team kümmern." Er hatte außerdem angekündigt: "Ich werde nicht an der Boxenmauer stehen." Als Kevin Magnussen und Jenson Button den Plätzen zwei und drei entgegenjagten, tauchte Dennis aber genau dort auf. Vergangene Saison wurde das Team, das Dennis einst aufgebaut hat, nur Fünfter der Konstrukteurswertung. Nach dem ersten Rennen 2014 führt es das Klassement an. Was Dennis dazu sagt? "Das hat mit mir gar nichts zu tun. Ich war nur als Zuschauer hier."

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Zehn Zylinder der Formel 1:Kamui Kobayashi

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Quelle: AFP

Kamui Kobayashi: Kamui Kobayashi hat keinen guten Ruf. Ob bei Toyota oder Sauber - oft fiel der Japaner mit ungestümen Aktionen auf. In dieser Saison hat der 27-Jährige Unterschlupf bei Caterham gefunden. Gleich auf den ersten Metern wurde er auch in dem dunkelgrünen Auto seinem Ruf gerecht: Crash! Boom! Bang! Und mittendrin: Kamui Kobayashi. "So spät kann man nicht bremsen. Das ist gefährlich. Er sollte mindestens ein Rennen gesperrt werden", zürnte Williams-Lenker Felipe Massa, der ebenfalls ins Aus befördert wurde. Nach dem Grand Prix aber sprachen die Verkehrswächter Kobayashi frei. Er hatte die Kollision nicht vermeiden können. Seine Bremsen hatten versagt.

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Zehn Zylinder der Formel 1:Claire Williams

Williams Formula One deputy team principal Williams attends a news conference after the second practice session of the Australian F1 Grand Prix in Melbourne

Quelle: REUTERS

Claire Williams: Claire Williams wurde unlängst befördert. Die 37-Jährige ist jetzt stellvertretende Chefin des Williams-Rennstalls. Ihr Vater Frank ist immer noch der Chef, verzichtete aber auf die weite Reise nach Australien. Es war also an Claire Williams, all die Jungs in der Garage zu beaufsichtigen. Was sie zu sehen bekam, dürfte ihr zunächst durchaus gefallen haben. Vor allem Valtteri Bottas war schnell unterwegs. Als der Finne sein Auto, das in diesem Jahr ein gefälliges Weiß trägt, allerdings gegen eine Mauer setzte und anschließend weit zurückfiel, verdrehte Claire Williams so vielsagend die Augen, wie nicht viele Männer das können. Am Ende wurde Bottas doch noch ordentlicher Fünfter - was Claire Williams lächeln ließ.

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Zehn Zylinder der Formel 1:Mark Webber

2014 Geneva Motor Show

Quelle: Getty Images

Mark Webber: Was macht eigentlich Mark Webber? Nun, am Samstag trat der ehemalige Teamkollege und Rivale von Sebastian Vettel als Experte fürs australische Fernsehen auf. Ein Job, der ihm lag. Vor allem ein Satz blieb hängen. Webber über die vielen technischen Neuerungen 2014: "Die Formel 1 war zehn Jahre zurück. Jetzt ist sie zehn Jahre voraus." Das Rennen selbst verfolgte der 37-Jährige nicht an der Strecke, sondern in seinem Holiday-Home in Noosa an der Sunshine Coast. Sebastian Vettels neuem Teamkollegen und Rivalen Daniel Ricciardo hat er angeblich bisher sehr wenige Tipps gegeben. Webber ist auch selbst noch als Motorsportler aktiv: Im Juni tritt er für Porsche bei den 24 Stunden von Le Mans an.

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Zehn Zylinder der Formel 1:Luca Cordero di Montezemolo

Day One Of The Geneva Motor Show 2014

Quelle: Bloomberg

Luca Cordero di Montezemolo: Der Spruch des Wochenendes kommt von Luca Cordero di Montezemolo, obwohl der Ferrari-Präsident gar nicht in Melbourne weilte. Wie früher Il Commendatore Enzo Ferrari pflegt der Cordero aus der Ferne Botschaften zu übermitteln. Die Botschaft für den Australien-Grand-Prix, bei dem erstmals die neue Formel-1-Technik zum Einsatz kam, lautete: "Die Fahrer müssen Reifen und Kraftstoff sparen. Ich hoffe nur, dass sie sich nicht in Taxifahrer verwandeln - und das sage ich mit dem größten Respekt für Taxifahrer, deren Job aber offensichtlich ein ganz anderer ist." Die Ferrari-Fahrer Fernando Alonso und Kimi Räikkönen beendeten das Rennen zwar als Vierter und Siebter, besonders schnell aber waren sie dabei nicht. Ein bisschen sahen sie wirklich aus wie Taxifahrer.

© SZ.de/jbe

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