WM 2010: Stilkritik DeutschlandDie Macht der Geigen

Feingefühl in den Füßen, freche Burschen, ein aufklärender Kapitän, Panzer mit unaussprechlichen Namen und fünf Tröten: eine Stilkritik der deutschen WM-Mannschaft.

Die Welt staunt über Deutschland. Da hatte sie sich jahrelang an Begriffe wie "Panzer" und "Blitzkrieg" gewöhnt - und jetzt? Jetzt spielen die deutschen Fußballer plötzlich "wie Violinen", ein Bild, das gleich zwei spanischen Zeitungen einfiel. In Frankreich werden die DFB-Fußballer als "Dichter und Denker" gefeiert, die Gazzetta dello Sport berichtet liebevoll von "Löws schrecklichen Burschen". Nur wenige Blätter können sich von den liebgewonnenen Klischees nicht trennen: "German Panzer - Fritz All Over" erkannte der südafrikanische Daily Star. Es braucht also wieder einmal die Süddeutsche Zeitung, um Licht in dieses metaphorische Dickicht zu bringen. Welcher deutsche Nationalspieler eine Violine, welcher ein Dichter, welcher ein schrecklicher Bursche und welcher ein Fritz ist, erfahren Sie nur hier. Außerdem erfahren Sie, bei welchen Nationalspielern es sich in Wahrheit um Vuvuzelas handelt - um Spieler, die sich durch ihre ständige Anwesenheit im Stadion auszeichnen.

Bild: dpa 30. Juni 2010, 09:292010-06-30 09:29:01 © SZ vom 30.06.2010/dav