Werder Bremen "Die AfD wählen und Werder gut finden, ist ein Widerspruch"

Hubertus Hess-Grunewald ist seit 2014 der Geschäftsführer bei Werder Bremen. Mit offensiven Aktionen setzte sich der Verein mehrfach in der Vergangenheit gegen Rassismus und Homophobie ein.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Bremens Geschäftsführer Hubertus Hess-Grunewald positioniert seinen Klub klar gegen die Vorstellungen der AfD. Emre Can entschuldigt sich für seine Aussage zu Cristiano Ronaldos roter Karte.

Meldungen im Überblick

Fußball, Werder Bremen: Nach Präsident Peter Fischer von Eintracht Frankfurt hat sich nun auch Werder Bremens Geschäftsführer Hubertus Hess-Grunewald eindeutig gegen die rechtsgerichtete AfD positioniert. "Jeder AfD-Wähler sollte schon wissen, dass es ein Widerspruch ist, Werder gut zu finden und die AfD zu wählen", sagte der 57-Jährige in einem Interview des Bremer Weser Kuriers. "Das heißt nicht, dass er nicht ins Stadion kommen soll, aber er sollte sich mit unserer Haltung auseinandersetzen und sich vielleicht überzeugen lassen, sich doch für eine offene, tolerante Gesellschaft ohne Ausgrenzung und Populismus einzusetzen." Fischer hatte die AfD bereits zu Beginn des Jahres massiv kritisiert und sich anschließend auch darüber beklagt, in dieser Frage keinerlei Unterstützung von anderen Vereinen oder Vereinsvertretern aus der Fußball-Bundesliga zu erhalten.

Hess-Grunewald äußerte sich nun zu dem Thema, weil Bremer Fans am Sonntag während des Heimspiels gegen den 1. FC Nürnberg (1:1) mit zahlreichen Spruchbändern und Plakaten gegen Rassismus und Rechtsradikalismus demonstriert hatten. Der für die Bereiche Organisation und Sport zuständige Werder-Geschäftsführer kritisierte in dem Interview auch den Leipziger Trainer Ralf Rangnick, der in der vergangenen Woche gefordert hatte, dass der Fußball "eine unpolitische Rolle einnehmen" solle. "In der gegenwärtigen Situation, in der die Gesellschaft unterschiedliche Polarisierungen einnimmt, ist es nicht nur eine Frage von Politik, zu sagen, wo ich stehe", sagte Hess-Grunewald. "Eine Position, dass Politik im Stadion nichts zu suchen habe", ließe sich "gar nicht durchhalten, sondern hat eher etwas mit Gleichgültigkeit gegenüber rechtsradikalen Tendenzen zu tun".

Handball, Bundesliga: Der SC Magdeburg hat seine Siegesserie souverän fortgesetzt und einen Vereinsrekord aufgestellt. Der Tabellenführer setzte sich am Donnerstagabend mit 40:31 (19:14) gegen GWD Minden durch und gewann damit erstmals in seiner Clubhistorie die ersten sieben Spiele einer Bundesliga-Saison. Der erneut starke Nationalspieler Matthias Musche war mit zehn Treffern bester Torschütze der Gastgeber.

Auch beim lockeren Sieg der MT Melsungen gegen den VfL Gummersbach war ein deutscher Nationalspieler einer der auffälligsten Akteure. Rückraumspieler Julius Kühn war mit neuen Toren bester Werfer seines Teams und hatte maßgeblichen Anteil am 33:27 (17:8)-Sieg gegen den Traditionsclub. Für die Hessen, die näher an die Spitzengruppe der Liga heranrücken, war es der dritte Erfolg nacheinander. Gummersbach dagegen ist schon früh in der Saison wieder in Abstiegssorgen.

Fußball, Champions League: Der deutsche Nationalspieler Emre Can hat sich für seine Äußerung zur roten Karte seines Teamkollegen Cristiano Ronaldo von Juventus Turin entschuldigt. Sein Aussage "Das soll Rot sein? Wir sind doch keine Frauen, ehrlich" wurde als sexistisch und respektlos kritisiert. "Ich entschuldige mich aufrichtig, wenn meine Kommentare verletzt haben", schrieb der 24-Jährige am Donnerstag bei Twitter. "Meine Absicht war es, mich für meinen Teamkollegen einzusetzen, da es um eine falsche Entscheidung ging, die unser Spiel hätte beeinflussen können."

Im Champions-League-Spiel des italienischen Meisters am Mittwochabend beim FC Valencia (2:0) war Ronaldo in der 29. Minute vom deutschen Schiedsrichter Felix Brych wegen einer Tätlichkeit vom Platz gestellt worden. Der portugiesische Superstar hatte Valencias Abwehrspieler Jeison Murillo kurz in die Haare gegriffen, nachdem dieser nach einem Zweikampf mit dem Portugiesen zu Boden gegangen war. Brychs Entscheidung war nicht nur von Can als zu hart kritisiert worden. Jeder, der ihn kenne, wisse über seinen Respekt für Frauen und Gleichberechtigung, meinte Can in seinem Statement. "Ich möchte darauf hinweisen, dass die geäußerten Bemerkungen niemals darauf abzielten, Frauen, Frauenfußball oder Gleichberechtigung in irgendeiner Form abzuwerten.".

Tennis, WTA-Turnier in Guangzhou: Andrea Petkovic hat beim WTA-Turnier im chinesischen Guangzhou ihr zweites Halbfinale in diesem Jahr erreicht. Die 31 Jahre alte Darmstädterin besiegte im Viertelfinale die an Position sieben gesetzte Weißrussin Wera Lapko 6:2, 7:6 (7:2). In der Runde der letzten vier trifft die Nummer 85 der Tennis-Weltrangliste auf Wang Qiang (China/Nr. 3) oder Fiona Ferro (Frankreich). Petkovic war nach ihrem Halbfinaleinzug beim Turnier in Washington Anfang August bei den Turnieren in New Haven und Cincinnati in der Qualifikation gescheitert. Bei den US Open in New York schied sie in der ersten Runde aus.Bei dem mit 250.000 Dollar dotierten Turnier in Guangzhou war die frühere Wimbledonfinalistin Sabine Lisicki im Achtelfinale ausgeschieden.

Fußball, DFB: Der Deutsche Fußball-Bund wächst weiter. Mit 7 090 107 Mitgliedern verzeichnet der DFB im siebten Jahr in Serie einen Rekord, teilte der Dachverband am Donnerstag mit. Nachdem der DFB im vergangenen Jahr erstmals die Marke von sieben Millionen Mitgliedern überschreiten konnte, sind aktuell 46 143 mehr als 2017 in den 21 Landesverbänden des DFB gemeldet. Der Anstieg sei weiterhin auf Zuwächse im Seniorenbereich sowie einer Steigerung bei den Frauen zurückzuführen, hieß es. Ein Teil des absoluten Anstiegs gehe wie in den Vorjahren auf Clubmitgliedschaften von Fans zurück.

Die Wärme des Trainers

Mit Robert Lewandowski und Renato Sanches treffen gegen Lissabon zwei Spieler, bei denen Niko Kovač Einfühlungsvermögen beweist. Der Coach bekommt ein Sonderlob aus der Chefetage. Von Jonas Beckenkamp mehr...